• 16.06.2026 – Apotheken-Themen von heute sind sichereres Krankentagegeld, wachsender Spardruck und Prävention als Systemwechsel.

    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Apotheken-Nachrichten zu Krankentagegeld, BGH-Urteil, Apothekenreform, GKV-Spargesetz, Fixum, Kassenabschlag, Tigermücke, WHO-Messung ...

Business
Gesundheit
Vorsorge
Sicherheit
Finanzen

Für Sie gelesen

Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:

MySecur® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-Themen von heute sind sichereres Krankentagegeld, wachsender Spardruck und Prävention als Systemwechsel.

 

Krankentagegeld, Apothekenreform, GKV-Spargesetz, Fixum, Tigermücke, WHO-Messung und Prävention zeigen, warum Verantwortung abgesichert werden muss.

Stand: Dienstag, 16. Juni 2026, um 18:31 Uhr

Apotheken-Themen: Bericht von heute

Ein BGH-Urteil zu Krankentagegeld-Klauseln stärkt die Verlässlichkeit von Einkommensschutz und ist gerade für Apothekeninhaber wichtig, weil Krankheit schnell Betrieb, Liquidität und Vertretung betrifft. Gleichzeitig soll die Rolle der Apotheken durch neue Aufgaben wachsen, während das GKV-Spargesetz im Eiltempo zusätzlichen Druck erzeugt und der höhere Kassenabschlag das neue Fixum wieder relativieren könnte. Tigermücke, WHO-Empfehlungen zu postpartalen Blutungen und Froböses Präventionsruf zeigen eine weitere Linie: Versorgung muss früher, genauer und belastbarer werden, bevor Schäden entstehen.

 

Das Krankentagegeld ist für viele Selbstständige eine stille Sicherheitslinie, bis aus dem stillen Vertrag plötzlich die wichtigste wirtschaftliche Stütze wird. Solange niemand krank wird, liegt die Police im Hintergrund. Wenn der Ausfall eintritt, entscheidet sie über Liquidität, private Entnahmen, Betriebskosten, Vertretung, Kreditverpflichtungen und darüber, wie lange ein Inhaber die eigene Arbeitsunfähigkeit wirtschaftlich überbrücken kann. Genau deshalb ist das BGH-Urteil zu nachträglichen Kürzungsklauseln der Axa mehr als ein versicherungsrechtlicher Einzelfall. Es berührt den Kern der Einkommensabsicherung: Was als Schutz vereinbart wurde, darf nicht im entscheidenden Moment durch nachträgliche Klausellogik entwertet werden. Für Selbstständige ist diese Frage besonders scharf, weil ihr Einkommen nicht wie ein Monatsgehalt linear berechnet werden kann. Gewinne schwanken, Investitionen verändern Ergebnisse, Abschreibungen verschieben die steuerliche Lage, Personalkosten drücken einzelne Jahre, Filialstrukturen erzeugen unterschiedliche Entnahmeprofile. Wer daraus pauschal ableitet, ein vereinbartes Krankentagegeld sei später zu hoch, greift in die Verlässlichkeit eines Schutzversprechens ein, das gerade für solche Schwankungen gebraucht wird.

Für Apothekeninhaber wird dieser Punkt noch konkreter. Viele Betriebe hängen stark an der Person des Inhabers oder an wenigen Schlüsselpersonen. Krankheit bedeutet dann nicht nur weniger Einkommen, sondern unmittelbaren Organisationsdruck: Wer führt den Betrieb? Wer entscheidet über Personal, Warenfinanzierung, Rezepturfragen, Lieferanten, Banken, Notdienste, Filialabläufe und rechtliche Verantwortung? Bei Einzelapotheken kann der Inhaberausfall die wirtschaftliche Statik des Betriebs binnen kurzer Zeit verändern. In Filialverbünden kann der Ausfall einer zentralen Steuerungsperson operative Lücken reißen, die nach außen zunächst unsichtbar bleiben. Krankentagegeld ist deshalb nicht nur private Vorsorge. Es ist Teil einer betrieblichen Risikokette, die mit Vertretungsplanung, Berufsunfähigkeit, Betriebsunterbrechung, Liquiditätsreserve und Unternehmervollmacht zusammengedacht werden muss. Ein hoher Tagessatz klingt gut, aber entscheidend ist, ob er unter Belastung hält. Apothekenbetreiber müssen deshalb auf Anpassungsklauseln, Nettoeinkommensdefinitionen, Nachprüfungsmöglichkeiten, Karenzzeiten, Leistungsdauer, Nachweislasten und Schnittstellen zu anderen Absicherungen achten. Versicherungsschutz beginnt nicht bei der Zahl im Angebot, sondern bei der Frage, wie stabil diese Zahl im Ernstfall bleibt.

Daraus entsteht eine erste größere Systemlinie dieses Tages: Verantwortung wird zunehmend dorthin verschoben, wo sie praktisch getragen werden muss, während die Sicherung dieser Verantwortung immer genauer geprüft werden muss. Beim Krankentagegeld betrifft das den einzelnen Inhaber. Bei der Apothekenreform betrifft es den Betrieb als Versorgungsstruktur. Offiziell soll die Rolle der Apotheken gestärkt werden. In der politischen Kommunikation steht dabei verständlicherweise auch mehr Geld im Raum. Doch damit diese Forderung nicht isoliert wirkt, wird sie mit neuen optionalen Aufgaben verbunden: mehr Versorgung, mehr Prävention, mehr Anschluss- und Akutversorgung, mehr pharmazeutische Dienstleistungen, mehr Verantwortung im Alltag. Das kann eine echte Stärkung sein, wenn die neuen Aufgaben sauber finanziert, rechtlich geklärt und organisatorisch tragfähig gemacht werden. Es kann aber auch bedeuten, dass Apotheken zusätzliche Arbeit übernehmen, während erst später sichtbar wird, ob diese Arbeit wirtschaftlich überhaupt trägt.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob neue Aufgaben gut klingen. Sie lautet, ob sie im Betrieb funktionieren. Jede Erweiterung braucht Personal, Zeit, Dokumentation, Qualifikation, Haftungssicherheit, Räume, technische Abläufe, interne Schulungen und eine Vergütung, die nicht nur symbolisch trägt. Eine neue Leistung kann politisch attraktiv sein und im Alltag trotzdem scheitern, wenn sie den HV-Betrieb stört, Räume bindet, nicht sauber abrechenbar ist oder im Team nicht verlässlich umgesetzt werden kann. Für Apothekenleitungen beginnt die Reform daher nicht bei der Überschrift „Stärkung“, sondern bei einer nüchternen Sortierung: Was passt zu meinem Standort, zu meinem Team, zu meinen Patienten, zu meiner regionalen Ärzte- und Versorgungsstruktur und zu meiner wirtschaftlichen Realität? Eine Landapotheke mit wenigen Mitarbeitenden, eine große Innenstadtapotheke, ein Filialverbund und eine bereits pDL-erfahrene Apotheke werden dieselben gesetzlichen Möglichkeiten sehr unterschiedlich nutzen können. Genau hier entscheidet sich, ob Reformspielräume echte Versorgung schaffen oder nur zusätzliche Erwartungslasten.

Das GKV-Spargesetz verschärft diese Lage, weil es die Reformhoffnung sofort in eine Finanzlogik zurückholt. Die Bundesregierung drückt aufs Tempo, nahezu das gesamte Gesundheitswesen soll sich in kurzer Frist positionieren, und wenige Tage später sollen Ausschussberatung und Bundestagsbeschluss folgen. Dieses Verfahren zeigt, wie stark die Finanznot der gesetzlichen Krankenversicherung inzwischen politische Geschwindigkeit erzeugt. Die Lücke wächst, das Sparziel muss nachgeschärft werden, die Krankenkassen fordern weitere Maßnahmen, die Pharmaindustrie warnt vor Investitionsrückzug, die Länder kritisieren Belastungen und Umsetzungsrisiken. Je schneller ein solches Gesetz durch das Verfahren läuft, desto größer wird die Gefahr, dass strukturelle Fragen in kurzfristiger Kostendämpfung untergehen. Anhörungen können dann formal stattfinden, ohne dass ihre Wirkung noch die Tiefe entfaltet, die ein Umbau dieser Größenordnung eigentlich bräuchte.

Für Apotheken liegt darin ein doppelter Druck. Einerseits sollen sie künftig mehr leisten und als wohnortnahe Versorgungsstruktur stärker eingebunden werden. Andererseits geraten sie in eine Sparlogik, in der jeder Leistungsbereich seinen Beitrag leisten soll. Daraus entsteht ein politischer Widerspruch, der im Betrieb sehr konkret wird: Ein System kann Apotheken nicht glaubwürdig als Stabilitätsanker aufwerten und ihnen im nächsten Schritt die wirtschaftliche Grundlage wieder schmälern. Wenn Reformen neue Aufgaben schaffen, Spargesetze aber zusätzliche Belastungen nachlegen, wird Planungssicherheit zerstört. Personal wird nicht eingestellt, weil politisch ein neues Aufgabenbild formuliert wurde, sondern weil ein Betrieb kalkulieren kann. Räume werden nicht umgebaut, Technik wird nicht angeschafft, Schulungen werden nicht verstetigt und neue Dienstleistungen werden nicht aufgebaut, wenn unklar bleibt, ob die Entlastung durch Gegenbelastung wieder aufgezehrt wird.

Besonders deutlich wird das beim Streit um Fixum und Kassenabschlag. Die Länder lehnen eine Erhöhung des Apothekenabschlags ab, sehen aber mit dem inzwischen beschlossenen höheren Fixum eine veränderte Ausgangslage. Politisch entsteht dadurch ein gefährlicher Rechenreflex: Wenn das Fixum steigt, könne ein höherer Abschlag eher vertretbar sein. Für Apotheken ist diese Logik zu kurz. Entscheidend ist nicht eine einzelne Zahl, sondern die Gesamtwirkung aus Fixum, Abschlag, Inflation, Personalkosten, Betriebskosten, Finanzierungskosten, Warenbindung, Notdienstbelastung und regionaler Versorgungslast. Das höhere Fixum ist kein frei verfügbares Geschenk. Es kommt nach Jahren der Stagnation und trifft auf gestiegene Kosten. Wenn es durch einen höheren Abschlag teilweise wieder abgeschöpft wird, entsteht der Eindruck eines politischen Nullsummenspiels. Für Betriebe, die ohnehin am Rand der Tragfähigkeit arbeiten, ist ein solcher Rechenmechanismus nicht abstrakt. Er entscheidet darüber, ob Investitionen verschoben, Öffnungszeiten knapper kalkuliert, Stellen nicht nachbesetzt oder neue Leistungen gar nicht erst begonnen werden.

Gerade ländliche und strukturschwache Regionen brauchen aber verlässliche Rahmenbedingungen. Dort ist die Apotheke nicht nur ein wirtschaftlicher Betrieb, sondern ein Teil der lokalen Infrastruktur. Wenn eine Apotheke schließt, verschwindet nicht nur ein Abgabepunkt. Es verschwinden Beratung, Notdienstnähe, schnelle Arzneimittelverfügbarkeit, persönliche Kenntnis von Patienten, niedrigschwellige Unterstützung bei Rezeptproblemen, Hilfsmittelversorgung und eine Alltagsstelle, an der medizinische Unsicherheit sortiert wird. Wer wohnortnahe Versorgung sichern will, darf Entlastung nicht sofort in neue Gegenbelastung übersetzen. Andernfalls bleibt Apothekenstärkung eine Überschrift, während die wirtschaftliche Realität weiter ausgedünnt wird.

Die Asiatische Tigermücke zeigt, dass Gesundheitsrisiken nicht nur aus Gesetzgebung und Finanzierung entstehen. Klimawandel, Mobilität und invasive Arten verändern den Infektionsrahmen. Die Mücke ist in Deutschland bereits etabliert, vor allem im Südwesten, und Experten erwarten, dass sie früher oder später auch Norddeutschland erreicht. Sie reist nicht weit aus eigener Kraft, aber sie reist mit Menschen: in Autos, Lastwagen, Warenbewegungen und kleinen Wasseransammlungen. Damit wird aus einem biologischen Phänomen ein Infrastrukturthema. Verkehrsrouten, Baumärkte, Urlaubsverkehr, klimatisch günstigere Bedingungen, lokale Brutstätten und kommunale Prävention greifen ineinander. Die Mücke steht damit für eine neue Art von Gesundheitsrisiko: nicht spektakulär im Einzelfall, aber dauerhaft wachsend, räumlich wandernd und im Alltag schwer vollständig zu kontrollieren.

Für Apotheken wird daraus ein neues Beratungsfeld, das weit über den Verkauf von Mückenschutz hinausgeht. Repellentien, lange Kleidung, Brutstättenvermeidung, Reiseberatung, Symptome nach Stichen, Fieberabklärung, Risikogruppen und die Unterscheidung zwischen normaler Stichreaktion und abklärungsbedürftiger Erkrankung gehören zunehmend in die Sommerkommunikation. Die Tigermücke steht dabei für mehr als eine lästige Insektenart. Sie zeigt, wie Klimafolgen in den Alltag eindringen und wie Prävention klein beginnt: Regentonnen schließen, Untersetzer leeren, Stiche vermeiden, Beschwerden ernst nehmen, Reisehinweise beachten. Apotheken können hier früh Orientierung geben, bevor aus Unsicherheit falsche Angst oder Sorglosigkeit wird. Genau diese Balance wird wichtiger: nicht dramatisieren, nicht verharmlosen, sondern handlungsfähig machen.

Die WHO-Empfehlung zu postpartalen Blutungen führt denselben Gedanken der Prävention in der Akutmedizin weiter. Viele Frauen verlieren nach einer Geburt zu viel Blut, und oft wird die Gefährlichkeit noch durch bloßen Augenschein eingeschätzt. Die WHO drängt auf exakte Messung, weil Verzögerungen bei Diagnose, Behandlung und Zugang zu Blutprodukten über Leben und Tod entscheiden können. Das ist eine einfache, aber starke Lehre: Wo Zeit kritisch ist, darf Einschätzung nicht zu weich bleiben. Postpartale Blutungen zeigen, dass moderne Medizin nicht immer an fehlenden Therapien scheitert, sondern an verspäteter Erkennung, unklaren Schwellen, unzureichenden Routinen und verlorenen Minuten. Messung ersetzt nicht Erfahrung, aber sie zwingt Erfahrung in eine überprüfbare Form.

Auch für Apotheken ist diese Logik vertraut. Gute Versorgung entsteht dort, wo Risiken nicht erst bemerkt werden, wenn sie eskalieren. Blutdruck, Medikationsrisiken, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Kühlketten, Rezeptprüfung, pDL, Blutentnahmen, Impfreaktionen, Medikationsanalysen und Dokumentation beruhen auf demselben Prinzip: messen, prüfen, festhalten, rechtzeitig handeln. Die moderne Gesundheitsversorgung wird nicht menschlicher, wenn sie ungenauer wird. Sie wird menschlicher, wenn Genauigkeit dafür sorgt, dass Menschen nicht zu spät Hilfe bekommen. In der Apotheke bedeutet das: Beratung darf nicht nur beruhigen, sondern muss erkennen, wann Beruhigung falsch wäre. Sie muss unterscheiden zwischen Bagatelle, Verlaufskontrolle, ärztlicher Abklärung und Notfall. Genau darin liegt die wachsende fachliche Bedeutung der Offizin im Alltag.

Froböses Forderung nach einer „Prävolution“ setzt noch früher an. Er beschreibt ein Gesundheitssystem, das Krankheiten verwaltet, aber Gesundheit zu wenig erhält. Prävention bleibt Nische, obwohl chronische Erkrankungen früher auftreten, Arbeitswelten verdichtet werden und Menschen körperliche sowie mentale Warnsignale immer schlechter verstehen. Wearables liefern Daten, ersetzen aber nicht die Fähigkeit, den eigenen Körper wahrzunehmen. Digitalisierung könnte Freiräume schaffen, führt aber oft zu stärkerer Verdichtung. Arbeit, Freizeit und Erholung verschwimmen. Wer nach einem langen Bildschirmtag abends nur den Bildschirm wechselt, regeneriert nicht wirklich. Wer Stress, Sodbrennen, Rückenschmerz, Schlafmangel oder Erschöpfung immer nur wegdrückt, verliert die Fähigkeit, Warnsignale als solche zu lesen.

Für Apotheken liegt darin eine große, aber anspruchsvolle Chance. Prävention ist nicht nur Bewegungsempfehlung oder Plakataktion. Sie betrifft Regeneration, Schlaf, Stress, Sodbrennen, Rückenbeschwerden, Selbstmedikation, Blutdruck, Übergewicht, mentale Erschöpfung, Arzneimittelgebrauch und die Frage, wann Beschwerden nicht weiter überdeckt werden sollten. Apotheken sehen viele Menschen, bevor sie im Versorgungssystem teuer werden. Sie können warnen, sortieren, erklären und motivieren. Doch auch hier gilt: Prävention braucht Zeit und Anerkennung. Wer Beratung ernst nimmt, muss sie organisatorisch und wirtschaftlich ermöglichen. Wenn Prävention weiterhin nur als freundliche Zusatzleistung neben einem unter Druck stehenden Tagesgeschäft läuft, bleibt sie schwächer, als sie sein könnte. Wenn sie aber als echte Versorgungsleistung verstanden wird, kann die Apotheke zu einem Ort werden, an dem Menschen nicht erst bei Krankheit abgeholt werden, sondern früher.

Über alle acht Themen hinweg entsteht ein klares Bild: Verantwortung wird verschoben, aber nicht immer ausreichend abgesichert. Versicherer dürfen Leistungen nicht beliebig kürzen, wenn Menschen im Ernstfall darauf angewiesen sind. Apotheken sollen neue Aufgaben übernehmen, brauchen dafür aber tragfähige Strukturen. Die GKV sucht Milliarden, riskiert dabei aber neue Verteilungskämpfe. Das höhere Fixum wird zum Argument im Abschlagsstreit. Klimarisiken verändern die Beratung. Geburtshilfe zeigt, dass Messbarkeit Leben retten kann. Prävention fordert einen Systemwechsel, der weit über individuelle Ratschläge hinausgeht. Was diese Themen verbindet, ist der Übergang von bloßer Reaktion zu belastbarer Vorsorge. Wer erst handelt, wenn der Schaden eingetreten ist, zahlt später mehr: wirtschaftlich, gesundheitlich, organisatorisch und politisch.

Die Apotheke steht inmitten dieser Entwicklung. Sie ist nicht nur Empfänger politischer Entscheidungen, sondern Ort der praktischen Umsetzung. Dort treffen Einkommensschutz, Betriebsführung, Reformpflichten, Sparpolitik, Versorgungssicherheit, Infektionsprävention, Messlogik und Gesundheitsberatung aufeinander. Diese Verdichtung verlangt mehr als Durchhalteparolen. Sie verlangt klare Prozesse, belastbare Versicherungen, wirtschaftliche Planungssicherheit, fachliche Kompetenz und ein politisches Verständnis dafür, dass neue Verantwortung nur trägt, wenn die Grundlage mitwächst. Wenn Apotheken mehr leisten sollen, müssen sie nicht nur neue Aufgaben bekommen, sondern die Stabilität, diese Aufgaben im Alltag zuverlässig zu erfüllen. Sonst wird aus Stärkung ein weiterer Lastentransfer.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Das Krankentagegeld ist für Selbstständige eine Sicherheitslinie, die erst im Ernstfall zeigt, ob sie trägt. Der BGH setzt nachträglichen Kürzungsklauseln Grenzen und stärkt damit die Verlässlichkeit vereinbarter Absicherung. Für Apothekeninhaber ist das zentral, weil Krankheit nicht nur private Einkommenslücken erzeugt, sondern Vertretung, Betriebskosten, Warenfinanzierung, Kreditraten und Führungsfähigkeit berührt. Entscheidend ist daher nicht allein die Höhe des Tagessatzes, sondern ob Bedingungen, Nachprüfungen, Nettoeinkommensdefinitionen und Schnittstellen zu Berufsunfähigkeit oder Betriebsunterbrechung im Leistungsfall stabil bleiben.

Die Apothekenreform verspricht Stärkung, verbindet mehr Geld aber mit neuen optionalen Aufgaben. Mehr Anschlussversorgung, Akutversorgung, Prävention, pDL und Verantwortung können echte Spielräume schaffen, wenn sie betrieblich tragfähig sind. Jede neue Leistung verlangt jedoch Personal, Zeit, Dokumentation, Qualifikation, Haftungssicherheit, Räume und Abrechnungsklarheit. Für Apothekenleitungen beginnt die Reform nicht bei der politischen Überschrift, sondern bei der Frage, welche Aufgaben zum Standort, zum Team, zur regionalen Versorgung und zur wirtschaftlichen Realität passen.

Das GKV-Spargesetz verschärft diese Spannung. Die Finanzlücke wächst, die Krankenkassen fordern weitere Maßnahmen, die Pharmaindustrie warnt vor Belastungen, die Länder kritisieren Tempo und Verteilung. Für Apotheken entsteht ein Widerspruch: Sie sollen als wohnortnahe Versorgungsstruktur mehr leisten, geraten aber zugleich in eine Sparlogik, in der jeder Bereich zahlen soll. Beim Streit um Fixum und Kassenabschlag wird das besonders sichtbar. Ein höheres Fixum nach Jahren der Stagnation ist keine freie Zusatzrendite, sondern trifft auf gestiegene Kosten. Wird es durch einen höheren Abschlag wieder geschmälert, bleibt von Stärkung wenig übrig.

Die Asiatische Tigermücke zeigt, dass neue Gesundheitsrisiken auch aus Klima, Mobilität und urbanem Alltag entstehen. Sie wird sich voraussichtlich weiter ausbreiten und macht Mückenschutz, Brutstättenvermeidung, Reisehinweise und Fieberabklärung stärker zu Beratungsthemen. Die WHO-Empfehlung zu postpartalen Blutungen zeigt denselben Präventionskern in der Akutmedizin: Schätzen reicht nicht, wenn Messen Leben retten kann. Froböses „Prävolution“ führt diese Linie weiter. Ein Gesundheitssystem, das zu spät reagiert, wird teurer und kränker. Apotheken können früher warnen, sortieren und beraten, brauchen dafür aber Zeit und Anerkennung.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt.

Die gemeinsame Bewegung dieses Tages lautet: Verantwortung wächst, aber sie muss abgesichert werden. Versicherungen müssen halten, wenn sie gebraucht werden. Reformen müssen Aufgaben mit tragfähigen Grundlagen verbinden. Sparpolitik darf Stabilitätsanker nicht schwächen. Klimarisiken brauchen alltagsnahe Prävention. Medizinische Sicherheit verlangt Messbarkeit. Gesundheitsberatung muss früher ansetzen, bevor Krankheit und Kosten eskalieren.

Für Apotheken heißt das: Sie stehen nicht am Rand dieser Entwicklung, sondern mitten darin. Dort treffen Einkommensschutz, Betriebsführung, Reformpflichten, Sparpolitik, Infektionsprävention, Messlogik und Gesundheitsberatung aufeinander. Diese Verdichtung verlangt klare Prozesse, belastbare Versicherungen, wirtschaftliche Planungssicherheit, fachliche Kompetenz und ein politisches Verständnis dafür, dass neue Verantwortung nur trägt, wenn ihre Grundlage mitwächst.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Diese Ausgabe bündelt Krankentagegeld, Apothekenreform, GKV-Spargesetz, Fixum, Tigermücke, WHO-Messung und Prävention als gemeinsame Frage nach abgesicherter Verantwortung.

 

Zurück zur Übersicht

Kontakt
Jetzt Ihr persönliches Angebot anfordern!
Rückrufservice
Gerne rufen wir Sie zurück!
Suche
  • Business All-Inklusive

    MySecur® | Für alles gibt es eine Police - wir haben eine Police für alles.

Wir kennen Ihr Geschäft, und das garantiert Ihnen eine individuelle und kompetente Beratung

Sie haben einen Beruf gewählt, der weit mehr als reine Erwerbstätigkeit ist. Sie verfolgen im Dienste der Bevölkerung hohe ethische Ziele mit Energie, fachlicher Kompetenz und einem hohen Maß an Verantwortung. Um sich voll auf Ihre Aufgabe konzentrieren zu können, erwarten Sie die optimale Absicherung für die Risiken Ihrer Berufsgruppe.

Sie suchen nach Möglichkeiten, Ihre hohen Investitionen zu schützen und streben für sich und Ihre Angehörigen nach einem angemessenen Lebensstandard, auch für die Zukunft.

  • BerufsunfähigkeitsVorsorge

    MySecur® | Das moderne Berufsunfähigkeitskonzept ohne Wenn und Aber

Aktuell
Ratgeber
Vergleich
Beratung
Kontakt
  • Die Risiken für Apotheken sind kalkulierbar

    ApoSecur® | Rundum-Schutz speziell für Apotheken

Beratungskonzept

Risk Management: Professionelles Sicherheitsmanagement
Versicherungskosten-Check: Geld sparen mit dem richtigen Überblick
Sicherheitkompass: Die umfassenden Lösungen der ApoSecur
MyLeitfaden: Das Leben steckt voller Risiken - Wir begleiten Sie sicher in Ihre Zukunft
MyBusiness: Ihr betriebliches Sicherheitspaket
MyPrivate: Ihr privates Sicherheitspaket
MyTeam: Versicherungslösungen speziell für Angestellte

Business All-Inklusive: Eine einzige Versicherung für alle betrieblichen Gefahren
Business Modular: Risiken so individuell wie möglich absichern
Business Rechtschutz: Mit berufsständischem Rechtsschutz immer auf der sicheren Seite
Business Verdienstausfall: Existenzsicherung - Ihr Ausfall bedeutet Stillstand
Business Kfz-Flotten-Versicherung: Die beste Kfz-Versicherung der Zukunft



Sicher in die Zukunft – www.mysecur.de

QR Code
Startseite Impressum Seitenübersicht Lexikon Checklisten Produktlösungen Vergleichsrechner