• 15.06.2026 – Apotheken-Themen von heute sind Diebstahl und Retaxrisiken, Inhaberausfall und HV-Konflikte, Beratung als Sicherheitsarbeit.

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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-Themen von heute sind Diebstahl und Retaxrisiken, Inhaberausfall und HV-Konflikte, Beratung als Sicherheitsarbeit.

 

Wenn Arzneimittel, Daten, Personal und Patientenerwartungen unter Druck geraten, zeigt sich die Apotheke als verletzlicher Versorgungsort.

Stand: Montag, 15.06.2026, 16:20 Uhr

Apotheken-Themen: Bericht von heute

Apotheken-Nachrichten zeigen heute einen Betrieb, der an sehr unterschiedlichen Stellen angreifbar wird: nachts durch ein aufgehebeltes Fenster, morgens durch eine Hashcode-Abweichung, plötzlich durch den Tod eines Inhabers, laut am HV-Tisch durch Streit um ein Wunschpräparat, leise im Schlafzimmer eines Neurodermitis-Patienten und strukturell in Pflege, Schule und Cannabisberatung. Daraus entsteht kein loses Nachrichtenbündel, sondern eine Führungsfrage für Apothekenbetreiber: Wie widerstandsfähig ist die Offizin, wenn Arzneimittel, Daten, Personal, Beratung, Versicherungsschutz und Patientenerwartungen gleichzeitig belastet werden?

 

Dieser Themenblock wirkt auf den ersten Blick zerstreut. Ein Apothekeneinbruch in Offenbach, eine neue Retaxfalle beim Hashcode, zwei plötzlich geschlossene Landapotheken, Cannabis bei Senioren, Pflegekosten, eine eskalierte Diskussion am HV-Tisch, nächtlicher Neurodermitis-Juckreiz und der Ruf nach School Nurses scheinen kaum zusammenzugehören. Doch genau darin liegt die Linie dieses Tages: Versorgung bleibt nur stabil, wenn Schutz, Präzision, Personal, Beratung und Verantwortung im Alltag tragen. Die Apotheke steht dabei nicht am Rand. Sie ist dort, wo diese Sicherungen täglich entweder funktionieren oder reißen.

Der Einbruch in Offenbach zeigt zunächst die rohe, sichtbare Seite des Risikos. Zwei maskierte Täter hebeln nachts ein Fenster auf, nehmen verschreibungspflichtige Arzneimittel im Wert von mehreren Tausend Euro mit und flüchten auf einem E-Scooter. Dass ein Zeuge die Täter verfolgt und die Beute zurückbleibt, ist Glück. Für Apothekenbetreiber ist dieser Fall aber kein kurioses Polizeistück. Er erinnert daran, dass Rx-Arzneimittel nicht nur Warenbestand sind, sondern begehrte und sensible Güter. Ein Einbruch erzeugt Sachschaden, Warenverlust, mögliche Lieferlücken, Dokumentationsaufwand, Sicherheitsfragen und Versicherungsfälle. Wer seine Apotheke nur als Verkaufsraum betrachtet, sieht diesen Zusammenhang nicht. Wer sie als Versorgungs- und Risikobetrieb führt, muss Einbruchschutz, Alarmwege, Zutrittskonzepte, Lagerzonen, Notfallkontakte und Versicherungsdeckung regelmäßig prüfen.

Dabei reicht der Blick auf klassische Sachversicherung nicht aus. Ein Apothekeneinbruch kann schnell mehrere Ebenen berühren: beschädigte Fenster oder Türen, gestohlene Arzneimittel, unterbrochener Betrieb, mögliche Kühlgutprobleme, Reputationsfragen, polizeiliche Ermittlungen, Dokumentationspflichten und die Frage, ob der Bestand am nächsten Morgen noch vollständig versorgungsfähig ist. Gerade bei Rx-Arzneimitteln, Betäubungsmitteln, kühlpflichtiger Ware oder hochpreisigen Präparaten wird aus einem Diebstahl ein pharmazeutisches und wirtschaftliches Ereignis. Branchenspezifischer Versicherungsschutz ist deshalb kein dekorativer Zusatz, sondern Teil der Betriebsführung. Entscheidend ist nicht, ob irgendeine Police existiert, sondern ob sie den realen Apothekenbetrieb mit Warenwerten, Kühlgut, Betriebsunterbrechung, Transport, Botendienst und Haftungsfolgen abbildet.

Die Retaxfalle beim Hashcode führt denselben Gedanken auf die digitale Ebene. Das BSG hat zwar geklärt, dass Apotheken bei Rezepturen nicht anteilig abrechnen müssen, sondern die erforderliche Packungsgröße zugrunde legen dürfen. Beruhigung entsteht daraus aber nicht. Denn im Hashcode muss die tatsächlich verwendete PZN erscheinen, während die Preisberechnung auf das kleinste erforderliche beziehungsweise maßgebliche Gebinde heruntergerechnet werden muss. Genau an dieser Schnittstelle liegt die Gefahr: Was technisch korrekt dokumentiert, aber wirtschaftlich falsch berechnet wird, kann zum Retaxrisiko werden. Und was wirtschaftlich richtig gemeint, aber formal nicht sauber nachvollziehbar ist, bleibt angreifbar.

Für Apotheken bedeutet das eine neue Disziplin der Präzision. Rezepturabrechnung ist nicht nur Handwerk, sondern auch Datenlogik. Verwendetes Gebinde, taxiertes Gebinde, manuelle Preisanpassung, Vermerk auf der Verordnung oder im Herstellungsprotokoll und interne Nachvollziehbarkeit müssen zusammenpassen. Die Apotheke muss nicht mehrere kleine Packungen verwenden, wenn die größere Packung die erforderliche Menge sinnvoll abdeckt. Aber sie muss ihren Weg so dokumentieren, dass die Kasse die Berechnung nachvollziehen kann. Der Hashcode wird damit zum Beispiel dafür, wie digitale Formstrenge die wirtschaftliche Wirklichkeit der Offizin berührt. Die Retax kommt nicht immer aus grober Fahrlässigkeit. Manchmal entsteht sie aus einer kleinen Lücke zwischen tatsächlicher Herstellung und formaler Abbildung.

Genau hier treffen online- und offline-Risiken aufeinander. Der Einbruch beschädigt den physischen Bestand. Der Hashcode beschädigt im Zweifel die Abrechnung. Beides trifft dieselbe Apotheke an unterschiedlichen Stellen ihrer Verletzlichkeit. Wer nur Schlösser prüft, übersieht digitale Retaxrisiken. Wer nur Abrechnung schult, übersieht Einbruch, Kühlgut, Transport und Betriebsunterbrechung. Moderne Apothekenführung muss beides zusammen denken: Sicherheit der Räume und Sicherheit der Prozesse, Schutz der Ware und Schutz der Daten, Versicherung gegen Sachschäden und Absicherung gegen Vermögensschäden.

Der Fall der zwei Landapotheken in Muldestausee zeigt eine dritte, oft verdrängte Bruchstelle. Der plötzliche Tod eines Inhabers ist menschlich tragisch, aber für die Versorgung zugleich ein Strukturereignis. Wenn kein Approbierter überbrücken kann, schließen Apotheken von einem Tag auf den anderen. Kundinnen und Kunden werden weiterverwiesen, Bürgermeister suchen Lösungen, eine Kollegin will übernehmen, steht aber vor Personal-, Miet-, Organisations- und Genehmigungsfragen. Was nach lokaler Nachricht klingt, ist ein harter Hinweis auf die Fragilität inhabergeführter Versorgung. Eine Apotheke kann wirtschaftlich laufen und trotzdem plötzlich nicht fortführbar sein, wenn Nachfolge, Vertretung und Notfallvollmachten fehlen.

Für Betreiber ist dieser Punkt unbequem, aber unvermeidlich. Was passiert, wenn der Inhaber stirbt, schwer erkrankt, ausfällt oder kurzfristig nicht mehr approbationsrechtlich tragen kann? Wer hat Zugriff auf Verträge, Konten, Versicherungen, Personalunterlagen, Mietfragen, Warenwirtschaft, Rezeptabrechnung und Schlüssel? Gibt es einen Vertretungsplan, eine Notfallmappe, Vollmachten, Kontaktlisten, eine abgestimmte Kommunikation mit Kammer, Aufsicht, Großhandel, Personal und möglichen Nachfolgern? Der schlimmste Fall wird nicht dadurch unwahrscheinlicher, dass man ihn nicht plant. Gerade Landapotheken brauchen hier besondere Klarheit, weil der Ausfall nicht nur einen Betrieb, sondern ganze Ortsteile treffen kann.

Der Personalmangel verschärft diese Lage. Wenn eine Inhaberin schon in ihrer Stammapotheke unterbesetzt ist und plötzlich die doppelte Kundenzahl auffangen soll, wird Versorgung zur Belastungsfrage. Zwei HV-Plätze reichen nicht automatisch für zwei Kundenstämme. Eine weitere Apotheke zu übernehmen, klingt aus kommunaler Sicht beruhigend, kann aber betrieblich überfordern. Apothekensterben zeigt sich nicht nur in Schließungszahlen. Es zeigt sich in der Überlastung derjenigen, die übrig bleiben. Genau dort entstehen neue Risiken: längere Wartezeiten, weniger Beratungszeit, gestresste Teams, organisatorische Fehler, sinkende Resilienz und wachsende Anfälligkeit für Konflikte.

Ein solcher Konflikt steht im Fall des Rentners aus Oelde fast exemplarisch vor Augen. Ein Patient verträgt ein Rabattarzneimittel nach eigener Wahrnehmung nicht, möchte wieder sein bekanntes Präparat, stößt auf die Grenzen von Austauschregeln, Umtauschlogik und ordnungsgemäßer Abgabe, nimmt schließlich die gewünschte Packung und verlässt die Apotheke. Juristisch wird der Fall eingestellt, praktisch bleibt er hoch lehrreich. Rabattverträge und Wirkstoffgleichheit sind für Fachleute Alltag. Für Patienten können andere Darreichungsformen, andere Packungen oder ein ungewohntes Präparat aber als Verlust von Sicherheit erlebt werden. Wenn dann Beschwerden, Übelkeit, Ärger und Missverständnisse zusammenkommen, kippt Beratung in Eskalation.

Apothekenbetreiber müssen daraus keine Angstlogik ableiten, aber eine Führungsaufgabe. Teams brauchen klare Formulierungen für Rabattarzneimittel, Nichtumtauschbarkeit, pharmazeutische Prüfung, ärztliche Rücksprache und Grenzen der Abgabe. Sie brauchen Deeskalationstraining, Hausregeln, Dokumentation und Rückendeckung, wenn ein Gespräch schwierig wird. Der HV-Tisch ist keine konfliktfreie Zone. Er ist ein Ort, an dem wirtschaftliche Regeln, gesetzliche Vorgaben, persönliche Krankheitsängste und Erwartungshaltungen unmittelbar aufeinandertreffen. Wer das Personal allein damit lässt, riskiert mehr als schlechte Stimmung.

Die Cannabisstudie bei Senioren öffnet dieselbe Frage von einer anderen Seite. Ältere Menschen greifen in den USA zunehmend zu Cannabis, nicht zwingend, um high zu werden, sondern weil sie Schmerzen, Schlafstörungen oder andere Beschwerden lindern wollen und klassischen Arzneimitteln misstrauen. Für Apotheken ist das ein Beratungsfeld mit hohem Bedarf. Gerade ältere Patienten bringen Mehrfachmedikation, Nebenwirkungsängste, Schlafprobleme, Schmerzen, psychische Belastungen und Unsicherheit mit. Wenn sie Cannabis als vermeintlich sicherere Alternative sehen, braucht es keine moralische Abwehr, sondern pharmazeutische Einordnung: Produktwahl, THC/CBD-Verhältnis, Wechselwirkungen, Sturzrisiko, kognitive Beeinträchtigung, Fahrtüchtigkeit, Dosierung und Erwartungsmanagement.

Diese Beratung wird besonders wichtig, weil viele Patienten ohne klare ärztliche Begleitung entscheiden. Wenn Studien zeigen, dass Seniorinnen und Senioren Orientierung wünschen, aber nicht immer bekommen, entsteht eine Versorgungslücke. Apotheken können hier niedrigschwellig helfen, dürfen aber nicht in unklare Therapieempfehlungen abrutschen. Der richtige Ort der Apotheke liegt zwischen Aufklärung, Risikohinweis, Medikationsabgleich und Verweis auf ärztliche Beratung. Auch das ist eine Form von Resilienz: nicht die schnelle Antwort, sondern die sichere Grenze.

Die Neurodermitis-Nacht zeigt noch eine weitere Alltagsdimension. Juckreiz, Schlafstörungen, Cortisolabfall, transepidermaler Wasserverlust, Temperaturanstieg, Stress, Entzündungsbotenstoffe und die psychische Belastung eines Schubs sind kein Randthema für ein Beratungsgespräch zwischen Tür und Angel. Wer nachts nicht schläft, ist tagsüber weniger belastbar. Wer kratzt, verschlechtert die Hautbarriere. Wer verzweifelt ist, greift zu allem, was schnelle Linderung verspricht. Apotheken können hier mit Pflegehinweisen, Duftstoffvermeidung, kühler Schlafumgebung, Rückfettung, kurzer Nagelpflege, Stressreduktion und dem Hinweis auf ärztliche Therapieanpassung konkret helfen. Die Beratung muss aber sauber bleiben: Schlaftipps ersetzen keine leitliniengerechte Behandlung.

Auch die Pflegereform gehört in diese Linie, obwohl sie zunächst weit von der Offizin entfernt wirkt. Die Debatte um die 100.000-Euro-Grenze zeigt, dass Pflegekosten längst Familien, Kommunen, Sozialämter und private Vorsorge überfordern. Wenn Angehörige finanziell stärker herangezogen werden sollen, steigt der Druck auf Familien, die ohnehin organisatorisch, emotional und zeitlich belastet sind. Für Apotheken ist das nicht bloß Sozialpolitik. Pflegebedürftigkeit bedeutet Medikationsmanagement, Hilfsmittel, Inkontinenzversorgung, Angehörigenberatung, Heimversorgung, Botendienst, Wechselwirkungen, Entlassmanagement und oft auch Krisengespräche am HV-Tisch. Wenn Pflege finanziell enger wird, werden viele Fragen noch häufiger in der Apotheke landen.

Die School-Nurses-Debatte führt denselben Gedanken in die Schule. Kinder mit Diabetes, Asthma, chronischen Erkrankungen oder psychischen Belastungen brauchen im Alltag verlässliche Unterstützung. Lehrkräfte können diese Verantwortung nicht dauerhaft zusätzlich tragen. Schulgesundheitsfachkräfte könnten Akutversorgung, Prävention, Gesundheitskompetenz, Elternentlastung und Teilhabe verbessern. Für Apotheken ist das nicht unmittelbar ein neues Geschäftsfeld, aber ein Hinweis auf eine breitere Entwicklung: Gesundheit wandert stärker in Lebensorte. Schule, Pflegeheim, Zuhause, Betrieb und Apotheke werden zu Schnittstellen. Wer niedrigschwellige Versorgung ernst nimmt, muss solche Schnittstellen geordnet aufbauen, nicht zufällig improvisieren.

Die gemeinsame Botschaft dieser Themen ist klar: Apotheken arbeiten in einem Feld, in dem Sicherheit selten nur aus einer Quelle kommt. Sie entsteht aus Einbruchschutz, Abrechnungssicherheit, Personalplanung, Nachfolge, Beratung, Deeskalation, Dokumentation, Versicherungen, Kooperationen und fachlicher Grenzziehung. Jeder einzelne Fall zeigt eine andere Stelle, an der Versorgung beschädigt werden kann. Die Diebe greifen das Lager an. Die Retax trifft die Abrechnung. Der Todesfall trifft die Trägerstruktur. Der Rabattkonflikt trifft den HV-Alltag. Cannabis und Neurodermitis treffen die Beratung. Pflege und School Nurses treffen die gesellschaftliche Versorgungsarchitektur.

Für Betreiber entsteht daraus keine Checkliste, die man einmal abhakt und dann ablegt. Es ist eher eine Führungsbewegung durch mehrere Gefahrenräume. Der physische Schutz der Apotheke muss mit der Prozesssicherheit der Abrechnung zusammenlaufen; Einbruchschutz bleibt schwach, wenn die Rezepturabrechnung retaxanfällig bleibt, und Retaxprävention bleibt unvollständig, wenn ein Todesfall oder Personalausfall den Betrieb von heute auf morgen schließt. Die Apotheke braucht deshalb eine Risikokultur, die Räume, Waren, Daten, Menschen und Entscheidungen gemeinsam betrachtet.

Gerade Cannabis zeigt, wie schnell Beratung zur Sicherheitsarbeit wird. Ältere Patientinnen und Patienten bringen oft Mehrfachmedikation, Sturzrisiken, Schlafprobleme, Schmerztherapie und Nebenwirkungsängste mit. Wenn sie Cannabis als sanftere Alternative wahrnehmen, muss die Apotheke nicht nur Produktwünsche bedienen, sondern Wechselwirkungen, Dosierung, Fahrtüchtigkeit, kognitive Beeinträchtigung und ärztliche Einbindung mitdenken. Aus einem Beratungsgespräch wird damit ein Medikationsmanagement im Kleinen.

Auch die Pflegefrage bleibt nicht außerhalb der Offizin. Wenn Heimkosten steigen, Angehörige stärker belastet werden und Familien unter finanziellen Druck geraten, verschieben sich Sorgen in die Apotheke: Hilfsmittel, Inkontinenzversorgung, Medikationspläne, Botendienst, Heimversorgung, Entlassrezepte und die alltägliche Frage, wie Versorgung bezahlbar und organisatorisch tragbar bleibt. Die Apotheke wird für viele Angehörige zum Ort, an dem gesundheitliche, finanzielle und praktische Überforderung erstmals ausgesprochen wird.

Die School-Nurses-Debatte öffnet denselben Raum bei Kindern und Jugendlichen. Wenn Schule zum Lebensort wird, braucht Gesundheit dort verlässliche Ansprechpartner. Für Apotheken entsteht daraus keine automatische neue Zuständigkeit, aber ein wichtiger Anschluss: Kinder mit Diabetes, Asthma oder chronischen Erkrankungen benötigen Arzneimittelkompetenz, Notfallpläne, Elternkommunikation und sichere Übergänge zwischen Schule, Arztpraxis, Familie und Apotheke. Wer Versorgung niedrigschwellig denkt, muss diese Schnittstellen ernst nehmen.

Branchenspezifische Versicherungen bleiben in dieser Ordnung eine hohe Schutzschicht, aber sie tragen nur, wenn sie zur realen Apotheke passen. Sachversicherung, Betriebsunterbrechung, Kühlgut, Transport, Vertrauensschaden, Haftpflicht und Cyber müssen die tatsächlichen Abläufe abbilden: Lage, Warenwert, Filialstruktur, Botendienst, Rezeptur, Kühlanteil, IT-Abhängigkeit, Abrechnung und Personalstruktur. Versicherung ersetzt keine Führung. Sie schützt das, was vorher verstanden, dokumentiert und organisiert wurde.

Die Apotheke der Gegenwart ist deshalb kein einfacher Verkaufsort und kein romantischer Restposten der Vor-Ort-Versorgung. Sie ist ein Knotenpunkt unter Druck. Risiken kommen bereits nachts durch ein Fenster, morgens im Hashcode, plötzlich durch einen Todesfall, laut am HV-Tisch, leise im Schlaf eines Neurodermitis-Patienten oder strukturell in Pflege und Schule. Entscheidend ist, ob der Betrieb diese Signale früh genug erkennt und aus ihnen eine widerstandsfähige Ordnung macht.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Der Einbruch in Offenbach und die Hashcode-Retaxfalle zeigen zwei Seiten derselben Verletzlichkeit. Einmal geht es um Fenster, Ware, Rx-Bestand, Sachschaden und Betriebsunterbrechung; einmal um PZN, Rezepturabrechnung, manuelle Preislogik, Dokumentation und Retaxrisiko. Die Apotheke braucht deshalb Schutz der Räume und Schutz der Prozesse zugleich.

Der plötzliche Inhaberausfall in Muldestausee, der eskalierte Streit um ein Rabattarzneimittel, die Cannabisfragen älterer Patienten, Neurodermitisnächte und die School-Nurses-Debatte erweitern diese Linie. Versorgung bleibt nicht stabil, weil eine Apotheke geöffnet ist. Sie bleibt stabil, wenn Nachfolge, Personal, HV-Kommunikation, Medikationsberatung, Pflegeanschlüsse, Schulgesundheit und Versicherungen so geführt werden, dass aus einzelnen Störungen kein Systembruch wird.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt.

Die Apotheke der Gegenwart ist kein einfacher Verkaufsort. Sie ist ein Knotenpunkt unter Druck. Risiken kommen bereits nachts durch ein Fenster, morgens im Hashcode, plötzlich durch einen Todesfall, laut am HV-Tisch, leise im Schlaf eines Neurodermitis-Patienten oder strukturell in Pflege und Schule. Entscheidend ist, ob der Betrieb diese Signale früh erkennt und aus ihnen eine widerstandsfähige Ordnung macht.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Maßgeblich ist heute, wie Einbruchschutz, Rezepturabrechnung, Inhaberausfall, HV-Konflikte, Cannabisberatung, Pflegefragen, Neurodermitis und Schulgesundheit die Betriebsführung von Apotheken verdichten.

 

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