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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Freitag, 08. Mai 2026, um 17:19 Uhr
Apotheken-Themen: Bericht von heute
Datenschutz, Plattformdruck, Fachkräftemangel, Telemedizin, Prävention, Therapiebetrug, Hilfsprojekte und Kaffee-Forschung wirken wie getrennte Nachrichten. Tatsächlich zeigen sie dieselbe Bewegung: Gesundheitsversorgung wird digitaler, marktgetriebener und erklärungsbedürftiger, während Vertrauen immer stärker zur eigentlichen Infrastruktur wird. Wenn Patientendaten verschwinden, Hersteller Apothekenprodukte direkt über Streamingwerbung verkaufen, ausländische Fachkräfte Versorgungslücken schließen und Telemedizin in Apotheken starten soll, verschiebt sich der Auftrag der Apotheke. Sie bleibt nicht nur Abgabestelle. Sie wird zum Ort, an dem Technik, Risiko, Prävention und Alltag wieder verständlich werden müssen.
Datenschutz wirkt im Gesundheitswesen oft wie eine abstrakte Pflicht, bis ein Angriff plötzlich zeigt, dass hinter jedem Datensatz eine Versorgungsgeschichte liegt. In Brandenburg sind bei einem Hackerangriff auf eine Arztpraxis die Daten von rund 8000 Patientinnen und Patienten nicht abgeflossen, aber verschlüsselt und damit faktisch vernichtet worden. Besonders schwer wiegt, dass auch die vorhandenen Sicherheitskopien betroffen waren, weil die Speichermedien zum Zeitpunkt des Angriffs parallel am angegriffenen System angeschlossen waren. Damit wurde aus einem IT-Vorfall ein vollständiger Verlust der Patientenakten. Die Praxis musste die Akten neu anlegen, die Datenschutzbehörde verwarnte sie. Für Apotheken ist dieser Fall mehr als eine Nachricht aus einer anderen Versorgungsstelle. Er zeigt, wie eng Gesundheitsversorgung inzwischen an technische Resilienz gebunden ist. Wer Daten verliert, verliert nicht nur Verwaltungsinformationen, sondern Medikationshistorien, Diagnosen, Allergien, Therapiepfade, Kontakte, Zeitachsen und Vertrauen. Und Vertrauen ist in einem System, das ohnehin unter Personalmangel, Plattformdruck und Reformstress steht, keine weiche Größe mehr.
Gerade deshalb liegt in diesem Hackerfall ein harter Warnkern. Gesundheitsdaten sind nicht irgendein Bestand. Sie sind die Grundlage dafür, dass Versorgung anschlussfähig bleibt. Wenn Ransomware nicht nur das Primärsystem, sondern auch das Backup verschlüsselt, dann war die Datensicherung formal vielleicht vorhanden, praktisch aber nicht krisenfest. Genau diese Differenz wird künftig entscheidend. Es reicht nicht, ein Sicherheitskonzept zu haben, wenn es im Ernstfall mit dem angegriffenen System untergeht. Für Apothekenbetreiber entsteht daraus ein eigener Prüfauftrag: Wie werden Warenwirtschaft, Rezeptdaten, Kundendaten, Medikationsanalysen, Kommunikationswege und Backups geschützt? Welche Sicherungen sind wirklich getrennt? Wer kann im Ausfall handeln? Wie lange bleibt die Apotheke arbeitsfähig, wenn Systeme stehen? Digitalisierung wird im Alltag gern als Effizienzgewinn verkauft. Der Brandenburger Fall zeigt die Gegenseite: Je digitaler die Versorgung wird, desto härter schlägt ein Kontrollverlust durch.
Während an dieser Stelle die digitale Infrastruktur der Versorgung verwundbar wird, verschiebt sich an anderer Stelle der Markt selbst. Prime Video und Amazon werden für Hersteller von Apothekenprodukten zu neuen Werbe- und Verkaufsräumen. Was früher über TV-Spots Aufmerksamkeit erzeugte und anschließend in Apotheke, Drogerie oder Online-Shop führte, wird nun direkt im Streamingumfeld mit Kaufmöglichkeit verbunden. Shoppable Video Ads machen aus Werbung einen unmittelbaren Warenkorb. L’Oréal bewirbt La Roche-Posay, Kenvue Regaine, weitere Anbieter nutzen Spots für Dermokosmetik, Nahrungsergänzungsmittel oder OTC-nahe Produkte. Der Kunde sieht den Spot nicht nur, er kann direkt klicken. Damit wird aus Aufmerksamkeit eine Transaktion, bevor Beratung überhaupt in den Weg treten kann.
Für die stationäre Apotheke ist das kein kleines Marketingdetail. Es verändert die Kundenerwartung. Wer im Prime-Umfeld Kosmetik, OTC-Produkte oder Nahrungsergänzungsmittel mit wenigen Klicks kauft, lernt eine andere Versorgungssprache: sofort verfügbar, messbar beworben, bequem geliefert, eingebettet in dieselbe Plattform, über die ohnehin Bücher, Serien, Technik und Haushaltswaren laufen. Amazon ist dabei nicht nur Händler, sondern Werbeträger, Datenraum, Marktplatz und Serviceversprechen zugleich. Genau diese Kombination macht den Plattformdruck so stark. Die Apotheke konkurriert dann nicht nur mit einem Preis oder einem Sortiment, sondern mit einem eingelernten Nutzungsmuster. Wer Prime hat, erwartet Geschwindigkeit, Kulanz, Übersichtlichkeit und einfache Wiederbestellung. Für Apothekenprodukte bedeutet das: Die Grenze zwischen Gesundheitsversorgung und Konsumlogik wird fließender.
Das Problem daran ist nicht, dass Hersteller digital werben. Das Problem liegt in der Verschiebung der Beratungssituation. Dermokosmetik, Haarwuchsmittel, Nahrungsergänzungsmittel und OTC-Produkte wirken harmloser als verschreibungspflichtige Arzneimittel, aber auch sie sind Teil von Gesundheitsentscheidungen. Wer Hautprobleme, Haarausfall, Mangelzustände oder Beschwerden nur über Werbedruck und Plattformklick bearbeitet, bekommt schnelle Auswahl, aber nicht automatisch gute Einordnung. Für Apotheken wird daraus eine doppelte Herausforderung: Sie müssen ihre fachliche Rolle behaupten, während ein wachsender Teil der Sichtbarkeit in digitalen Medien stattfindet, die Beratung in Richtung Kaufabkürzung verschieben. Gleichzeitig können manche Apotheken selbst auf Marktplätzen anbieten, bleiben dort aber strukturell abhängig von einer Plattformlogik, die nicht aus der Apotheke heraus gebaut wurde.
Der Fachkräftestreit in Sachsen-Anhalt zeigt eine andere Art von Abhängigkeit. Ärztevertreter warnen vor politischen Aussagen, die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte pauschal infrage stellen. In einem Bundesland, in dem laut Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung viele Regionen ohne ausländische Kolleginnen und Kollegen kaum flächendeckend versorgt werden könnten, ist das keine abstrakte Integrationsdebatte. Es ist eine Versorgungsfrage. Der Anteil ausländischer Ärztinnen und Ärzte liegt dort bei 18,55 Prozent. Sie halten Praxen offen, stabilisieren Klinikstandorte und begrenzen Wartezeiten. Wer ihre Tätigkeit politisch unter Verdacht stellt oder den Zuzug erschwert, greift damit nicht nur ein gesellschaftliches Thema auf, sondern riskiert konkrete medizinische Versorgungslücken.
Auch für Apotheken ist diese Debatte bedeutsam, weil sie denselben Strukturmangel berührt. Fachkräfte fehlen nicht nur in Kliniken oder Praxen, sondern auch in Apotheken, Pflege, Rettungsdienst und vielen Gesundheitsberufen. Gleichzeitig wächst der Bedarf durch Alterung, Multimorbidität, neue Therapien und steigende Beratungsanforderungen. Wenn ausgerechnet in dieser Lage qualifizierte Zuwanderung als Problem markiert wird, entsteht ein Widerspruch zwischen politischer Rhetorik und Versorgungspraxis. Die Pflege zeigt es besonders deutlich: Fast jede fünfte Pflegekraft in Deutschland kommt inzwischen aus dem Ausland, Beschäftigungswachstum entsteht dort fast ausschließlich durch internationale Kräfte. Ohne diese Menschen würde das System nicht einfach etwas angespannter, sondern an vielen Stellen untragbar. Die Frage ist daher nicht, ob Integration Aufwand macht. Die Frage ist, ob Versorgung ohne Integration überhaupt noch realistisch ist.
Vor diesem Hintergrund bekommt die assistierte Telemedizin in Apotheken eine besondere Bedeutung. Ab dem 1. Juli kann sie starten, sofern der Schiedsspruch zur Vergütung vom Bundesgesundheitsministerium bestätigt und der Vertrag durch die DAV-Mitgliederversammlung getragen wird. Inhaltlich geht es um mehr als Videosprechstunden im Beratungsraum. Es geht darum, ob Apotheken eine neue Brückenfunktion zwischen Patienten, ärztlicher Versorgung und digitaler Infrastruktur erhalten. Ein strukturiertes medizinisches Ersteinschätzungsverfahren zur Vorbereitung einer Videosprechstunde kann für Menschen in unterversorgten Regionen, für Ältere, für weniger mobile Patienten und für solche ohne souveränen digitalen Zugang praktisch relevant werden.
Damit wird Digitalisierung in der Apotheke nicht als App-Versprechen sichtbar, sondern als begleitete Versorgung. Genau darin liegt der Unterschied zu vielen Plattformmodellen. Während Amazon den Klick zum Kauf vereinfacht, soll assistierte Telemedizin den Zugang zur ärztlichen Versorgung erleichtern. Die Apotheke bietet Raum, Vertraulichkeit, technische Unterstützung und Nähe. Das kann gerade dort wichtig werden, wo Arztpraxen schwer erreichbar sind, Termine knapp sind oder Menschen unsicher sind, wie sie digitale Angebote überhaupt nutzen sollen. Für Apothekenbetreiber entsteht damit aber auch ein neuer Aufgabenraum: Personal muss geschult, Räume müssen geeignet, Abläufe müssen sauber organisiert, Datenschutz und Vergütung müssen verlässlich sein. Telemedizin darf nicht als zusätzliche Pflicht ohne betriebliche Tragfähigkeit starten. Sie kann eine Chance sein, aber nur, wenn sie als Leistung ernst genommen wird.
Diese neue Rolle trifft auf eine Gesundheitspolitik, in der Prävention weiterhin um Priorität ringt. Die niedersächsische Ärzteschaft kritisiert, dass Prävention im GKV-Sparpaket der Bundesregierung viel zu wenig bedacht werde. Zwar ist eine Zuckerabgabe ab 2028 geplant, und auch Tabak- sowie Alkoholsteuern werden als mögliche präventive Hebel diskutiert. Aber die Reformlogik bleibt überwiegend kurzfristig fiskalisch. Sie soll 2027 die Kassen um 16,3 Milliarden Euro entlasten, Zusatzbeiträge stabilisieren und Ausgaben bremsen. Prävention wirkt dagegen über Jahre oder Jahrzehnte. Genau deshalb passt sie schlecht in eine politische Rechnung, die schnelle Entlastung zeigen muss.
Das ist der alte Widerspruch der Präventionspolitik. Alle wissen, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas, Alkoholschäden, Tabakfolgen und Bewegungsmangel enorme Kosten verursachen. Alle wissen auch, dass Gesundheitskompetenz, Schulprogramme, klare Ernährungspolitik, bessere Aufklärung und frühzeitige Intervention langfristig helfen können. Aber wenn kurzfristige Einsparungen im Vordergrund stehen, bleiben diese Maßnahmen oft nachgeordnet. Eine Zuckerabgabe kann ein Baustein sein, aber sie ersetzt keine Präventionsstrategie. Gesundheitsunterricht an Schulen, Werbeeinschränkungen, Altersgrenzen, Suchtprävention, Ernährungsbildung und niedrigschwellige Beratung müssen zusammenkommen, wenn daraus mehr werden soll als Symbolpolitik.
Apotheken sitzen genau an dieser Schnittstelle. Sie erleben, wie Präventionsdefizite im Alltag als Medikationsbedarf zurückkehren. Bluthochdruck, Diabetes, Adipositas, Schlafprobleme, Leberwerte, Raucherhusten, Alkoholfolgen, Hautprobleme, Schmerzmittelgebrauch, Wechselwirkungen: vieles davon ist nicht nur akute Versorgung, sondern Ergebnis langfristiger Lebens- und Präventionslücken. Wenn Politik Prävention ernst nehmen will, darf sie Apotheken nicht nur als Arzneimittelabgabestellen sehen. Sie sind niedrigschwellige Gesundheitsorte, an denen Menschen ohne Termin Fragen stellen, Risiken ansprechen und manchmal überhaupt erst bereit sind, über Verhalten zu reden. Aber auch hier gilt: Prävention braucht Zeit. Zeit braucht Personal. Personal braucht Finanzierung.
Der Betrugsfall um angebliche Immunzelltherapien zeigt auf schmerzhafte Weise, was passiert, wenn Menschen in existenzieller Krankheitssituation Halt suchen und auf falsche Versprechen treffen. Ein unheilbar an Knochenkrebs erkrankter Familienvater soll mit angeblichen Immunzell- und Lichttherapien um hohe Summen gebracht worden sein. Statt personalisierter Immunzelltherapie soll lediglich ein Vitaminpräparat verabreicht worden sein. Das Verfahren wurde nach Jahren eingestellt, weil Verjährung drohte; die Angeklagten müssen Geld an die Witwe zahlen. Juristisch ist damit ein Rest an Ausgleich erreicht. Menschlich bleibt ein tiefer Riss.
Dieser Fall ist deshalb so bedeutsam, weil er zeigt, wie verletzlich schwerkranke Menschen werden, wenn Hoffnung knapp wird. Gerade bei Krebs, chronischen Erkrankungen oder austherapierten Situationen entstehen Grauzonen, in denen wissenschaftliche Begriffe, Immuntherapie, Zelltherapie, Lichttherapie, personalisierte Medizin und alternative Heilsversprechen vermischt werden können. Für Patientinnen und Patienten ist das kaum noch auseinanderzuhalten. Je moderner die echte Medizin klingt, desto leichter können unseriöse Anbieter ähnliche Sprache nutzen. Apotheken haben hier eine Schutzfunktion, weil sie häufig gefragt werden, ob eine Therapie plausibel ist, ob ein Präparat sinnvoll erscheint, ob ein Angebot seriös wirkt. Auch das ist Versorgung: nicht nur ein Arzneimittel erklären, sondern Menschen vor Ausbeutung schützen, wenn sie besonders angreifbar sind.
Apotheker ohne Grenzen spürt wiederum, wie wirtschaftlicher Druck im Apothekenmarkt humanitäre Folgen hat. Apotheken und ihre Inhaberinnen und Inhaber waren für die Organisation immer eine wichtige Unterstützergruppe. Wenn Betriebe selbst sparen müssen, sinkt die Spendenbereitschaft. Das ist nachvollziehbar: Wer Personal halten, Investitionen stemmen und den Betrieb sichern muss, prüft freiwillige Ausgaben genauer. Gleichzeitig steigt der Hilfebedarf weltweit. Krisen in der Ukraine, Syrien, Haiti, Gaza, im Mittelmeerraum oder in Burundi verlangen pharmazeutische Unterstützung, während internationale Mittel gekürzt werden. Wenn Bundesministerien, USAID-Strukturen oder andere Geber zurückfahren, wächst der Druck auf Organisationen wie AoG.
Darin zeigt sich eine weitere Verbindung zwischen lokaler Apothekenökonomie und globaler Versorgung. Wenn Apotheken in Deutschland wirtschaftlich schwächer werden, betrifft das nicht nur den Standort vor Ort. Es schwächt auch Netzwerke, Engagement, Spendenfähigkeit und berufliche Solidarität. Der Apothekenrückgang ist damit mehr als eine Zahl in der Strukturstatistik. Er verändert, wer helfen kann, wer Projekte trägt und wie viel pharmazeutische Kompetenz in Krisengebiete weitergegeben wird. AoG-Projekte in Buenos Aires, Syrien, Griechenland, dem Ahrtal oder Berlin zeigen, dass Apothekenwissen weit über den HV-Tisch hinaus wirkt. Aber auch dieses Engagement braucht stabile Quellen.
Selbst das scheinbar leichtere Thema Kaffee passt in diesen größeren Zusammenhang, weil es zeigt, wie stark Gesundheitskommunikation inzwischen auf mechanistische Studien, Präventionshoffnungen und Alltagsernährung trifft. Eine Studie aus Texas beschreibt, dass Kaffeebestandteile einen Rezeptor namens NR4A1 aktivieren können, der bei Stressreaktionen, Entzündungen, Stoffwechsel, Gewebereparatur und Alterungsprozessen eine Rolle spielt. Das ist wissenschaftlich interessant, aber kein Freibrief für einfache Heilsbotschaften. Die Forschenden betonen selbst, dass es sich um eine mechanistische Studie handelt, nicht um den Beweis einer direkten Ursache-Wirkungs-Beziehung beim Menschen. Genau diese Unterscheidung wird immer wichtiger.
Menschen lesen, dass Kaffee vor chronischen Krankheiten schützen könnte, und machen daraus schnell eine klare Empfehlung. Doch Gesundheitsberatung muss differenzieren: Kaffee kann in Studien mit bestimmten Vorteilen assoziiert sein, aber individuelle Verträglichkeit, Koffeinempfindlichkeit, Schlaf, Herz-Kreislauf-Situation, Schwangerschaft, Magenprobleme oder Medikamenteninteraktionen bleiben relevant. Für Apotheken ist das ein typischer Präventionsstoff der neuen Zeit: populär, alltagsnah, wissenschaftlich reizvoll, aber anfällig für Überdeutung. Die Aufgabe besteht nicht darin, Kaffee zu verteufeln oder zu bewerben, sondern die Aussage auf den Boden zu holen.
Wenn man alle acht Themen zusammenführt, entsteht ein klares Bild. Datensicherheit entscheidet über Versorgungskontinuität. Plattformwerbung verschiebt Gesundheitsprodukte in Konsumkanäle. Zuwanderung hält medizinische und pflegerische Versorgung vielerorts aufrecht. Assistierte Telemedizin kann Apotheken als digitale Brückenorte stärken. Prävention ringt politisch um Langfristigkeit gegen kurzfristigen Spardruck. Betrugsfälle bei Schwerkranken zeigen die Schutzbedürftigkeit von Hoffnung. Apotheker ohne Grenzen macht sichtbar, dass wirtschaftlich belastete Apotheken auch weniger globale Hilfe tragen können. Kaffee-Forschung zeigt, wie komplex selbst alltägliche Präventionsbotschaften geworden sind.
Die gemeinsame Linie lautet: Gesundheit wird gleichzeitig technischer, marktgetriebener, verletzlicher und erklärungsbedürftiger. Genau deshalb braucht das System Orte, die nicht nur Prozesse abwickeln, sondern Orientierung geben. Die Apotheke ist einer dieser Orte. Sie kann Datenverlust nicht allein verhindern, aber sie versteht, was fehlende Informationen in der Medikation bedeuten. Sie kann Amazon nicht stoppen, aber sie kann Beratung gegen reine Klicklogik setzen. Sie kann Fachkräftemangel nicht lösen, aber sie weiß, wie Versorgung bricht, wenn Menschen fehlen. Sie kann Telemedizin nicht allein tragen, aber sie kann sie für viele erst zugänglich machen. Sie kann Prävention nicht ersetzen, aber sie kann sie täglich übersetzen. Sie kann Betrug nicht immer verhindern, aber sie kann Zweifel fachlich begründen. Sie kann globale Krisen nicht lösen, aber sie kann Teil pharmazeutischer Hilfe sein. Sie kann Studien nicht in Wahrheit verwandeln, aber sie kann sie einordnen.
Genau darin liegt der rote Faden. Apotheken werden wichtiger, nicht weil das System einfacher wird, sondern weil es komplizierter wird. Je stärker Versorgung in Plattformen, Daten, Spezialtherapien, Präventionsversprechen, Fachkräftefragen und Krisenlagen zerfällt, desto wichtiger werden vertrauenswürdige Schnittstellen. Wer diese Schnittstellen schwächt, spart nicht nur an einem Berufsstand. Er spart an der Fähigkeit des Systems, Komplexität im Alltag beherrschbar zu halten.
Der harte Kern dieses Stoffes ist deshalb nicht romantisch, sondern nüchtern: Eine moderne Gesundheitsversorgung braucht technische Sicherheit, fachliche Beratung, soziale Tragfähigkeit und menschliche Erreichbarkeit gleichzeitig. Wenn eines davon wegbricht, entstehen Lücken. Wenn mehrere gleichzeitig wackeln, entsteht Systemstress. Genau diesen Stress zeigen die Themen dieses Tages. Und genau deshalb wird die Apotheke nicht als nostalgische Einrichtung gebraucht, sondern als realer Stabilitätsfaktor in einem Gesundheitswesen, das immer mehr von Menschen verlangt und ihnen gleichzeitig immer weniger einfache Orientierung bietet.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Der Hackerangriff auf eine Arztpraxis in Brandenburg zeigt, wie schnell digitale Versorgung ihre Grundlage verlieren kann, wenn nicht nur Primärdaten, sondern auch Backups verschlüsselt werden. Gleichzeitig drängt Amazon über Prime Video tiefer in den Markt für Apothekenprodukte und macht aus Werbung einen direkten Kaufimpuls. Die Fachkräftedebatte in Sachsen-Anhalt zeigt, dass Versorgung ohne internationale Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte vielerorts nicht mehr stabil wäre. Die assistierte Telemedizin eröffnet Apotheken dagegen eine neue Brückenfunktion zwischen Patient und Arztpraxis. Prävention bleibt politisch zwar gewollt, wird im Spargesetz aber weiterhin zu schwach gewichtet. Der Betrugsfall um angebliche Immunzelltherapien zeigt, wie verletzlich schwerkranke Menschen gegenüber falschen Versprechen sind. Apotheker ohne Grenzen spürt, wie wirtschaftlicher Druck auf Apotheken sogar humanitäre Hilfe schwächt. Und die Kaffee-Studie erinnert daran, dass selbst Alltagsprävention heute wissenschaftliche Einordnung braucht.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Je stärker Versorgung in Daten, Plattformen, Spezialangebote und Präventionsversprechen zerfällt, desto wichtiger werden Orte, die Komplexität nicht nur verwalten, sondern übersetzen. Die Apotheke ist ein solcher Ort. Nicht aus Nostalgie, sondern weil digitale Effizienz, Gesundheitsmärkte und politische Sparlogik ohne verlässliche menschliche Schnittstellen schnell kalt, lückenhaft und riskant werden.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Diese Ausgabe verbindet Datensicherheit, Plattformökonomie, Fachkräftesicherung, Telemedizin, Prävention und pharmazeutische Verantwortung zu einer gemeinsamen Systemfrage.
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