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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Dienstag, 17. Februar 2026, um 18:20 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Der Druckpunkt liegt nicht mehr im Regal, sondern im Handy: Wenn ein „dm-med“-Angebot in der App günstiger auftaucht, kippt nicht nur ein OTC-Kauf, sondern der Anlass, überhaupt zuerst in die Apotheke zu gehen. OTC und Freiwahl sind der Frequenzmotor, und wer den Motor über App-Reichweite und Crossmarketing abklemmt, schwächt Sichtbarkeit und Bindung zugleich. Der Hebel, der dagegen nicht nach Kampagne klingt, ist brutal operativ: Lieferfähigkeit. Wer sofort verfügbar ist, verhindert den unnützen Weg und rettet den nächsten Reflex.
Der Klick passiert längst nicht mehr am Regal, sondern auf dem Handy: Eine dm-App-Nutzerin sieht ein „dm-med“-Angebot, ein paar Euro günstiger, ein kurzer Weg zur Kasse – und für die Apotheke vor Ort ist das nicht nur ein verlorener OTC-Kauf, sondern ein verlorener Anlass. Genau dort steckt die eigentliche Gefahr: OTC und Freiwahl sind weniger Ertrag als Rezeptgeschäft, aber sie sind der Taktgeber der Frequenz. Wenn der Frequenzanlass in eine Drogerie-Logik wandert, wandert auch die Gewohnheit, wohin man zuerst geht, wenn etwas zwickt, wenn man nachfragt, wenn man „mal schnell“ etwas braucht. Preis drückt dann nicht nur auf Marge, er drückt auf Sichtbarkeit, auf Bindung, auf das Gefühl, dass Apotheke der erste Weg ist.
Die naive Hoffnung, dm und Rossmann würden vor allem den großen Versendern wehtun, übersieht den Punkt, an dem Drogerien heute stark sind: Marke, Vertrauen, Reichweite, Daten. Eine App mit Millionen Nutzern ist nicht nur ein Kommunikationskanal, sie ist ein direkter Zugriff auf Kaufentscheidungen – und damit ein Instrument, das Beratung ersetzt, indem es Verhalten lenkt. Crossmarketing trifft auf eine Kernzielgruppe, die ohnehin gewohnt ist, Kosmetik, Gesundheit und Alltag in einem Warenkorb zu denken. Wenn dieses Bündel stabil bleibt, verliert der „Wurst-und-Schinken“-Effekt der Apotheke an Zugkraft: Lock-OTC zieht weniger Menschen in die Offizin, und weniger Menschen in der Offizin heißt weniger Gelegenheiten, in denen Rezeptgeschäft überhaupt entsteht oder gehalten wird.
Und trotzdem gibt es einen Hebel, der nicht nach Kampagne klingt, sondern nach Betrieb: Lieferfähigkeit. Wenn ein neuer Player im OTC-Segment sichtbar aggressiv bepreist, aber spürbar oft nicht liefern kann, wird Loyalität plötzlich pragmatisch. Kundinnen und Kunden verzeihen viel, aber nicht den unnützen Weg. Für Apotheken entsteht daraus eine einfache, harte Wettbewerbsformel: Verfügbarkeit ist nicht romantisch, sie ist ein Argument. Der Unterschied wird im Alltag entschieden – wenn das gesuchte Produkt sofort da ist, wenn Alternativen präsent sind, wenn jemand nicht mit leeren Händen wieder rausgeht. Wer diese Stärke stabilisiert, gewinnt nicht nur Verkäufe, sondern rettet Anlässe.
Während auf der einen Seite der Wettbewerb über Apps, Preise und Warenkörbe läuft, zeigt sich auf der anderen Seite, wie teuer „kleine“ Regelbrüche im Gesundheitswesen werden können, wenn sie systematisch passieren. Eine spezialisierte Zentralstelle wie die bayerische ZKG arbeitet sich nicht an Einzelfällen ab, sie arbeitet an Mustern: Abrechnungsbetrug, Korruption, bandenmäßige Strukturen – vor allem dort, wo große Geldströme auf schwache Kontrolle treffen. Pflege ist dabei häufig das Feld, aber Apotheken stehen nicht außerhalb dieser Logik, weil sie Schnittstelle sind: Ware, Rezept, Abrechnung, Verträge. Selten ist das ein perfektes Kontrollumfeld, oft ist es Zeitdruck.
Das Beispiel einer verurteilten Apothekerin, die Paxlovid über Zwischenhändler auf dem Schwarzmarkt verkauft haben soll, ist eine drastische Erinnerung daran, welches Risiko entsteht, wenn knappe Güter, staatliche Beschaffung und private Gewinnanreize zusammentreffen. Für das System ist der Schaden nicht nur finanziell. Es ist ein Vertrauensschaden: Wenn Patientinnen und Patienten das Gefühl bekommen, Versorgung könne „abgezweigt“ werden, wird jeder Engpass sofort politisch toxisch. Und für den Berufsstand ist es die klassische Kollektivhaftung durch Einzelfälle: mehr Kontrolle, mehr Dokumentationspflicht, mehr Misstrauen im Umgang mit Sonderbeschaffungen – auch für alle, die sauber arbeiten. Die zweite Ebene ist ungemütlich: Je stärker Druck und Knappheit im System, desto größer die Versuchung, Regeln zu dehnen. Je mehr Regeln gedehnt werden, desto mehr Kontrollen kommen. Je mehr Kontrollen kommen, desto mehr frisst Administration die Zeit, die eigentlich Versorgung sein soll.
Parallel dazu läuft eine andere Debatte, die oft erst auffällt, wenn es zu spät ist: Substanzen, die im Club als „Kick“ gelten, sind im medizinischen Alltag plötzlich ein Rettungsproblem. GHB ist dabei doppelt belastet – als K.o.-Mittel in Gewaltkontexten und als Partydroge mit steiler Dosis-Wirkung, kurzer Halbwertszeit und einer Dynamik, die Abhängigkeit begünstigt. Das Gefährliche ist nicht nur die Überdosierung, sondern das Nachdosieren als Takt. Wenn Wirkung kurz ist, wird Konsum zum Stundenplan. Wenn Konsum zum Stundenplan wird, wird Entzug zum Notfall. Und wenn Entzug zum Notfall wird, braucht es Strukturen, die viele Betroffene nicht früh genug erreichen: Suchtmedizin, Intensivnähe, Monitoring.
Das politische Signal, bestimmte Vorstufen oder verwandte Industriechemikalien zu verbieten, zeigt, wie stark sich Drogenmärkte an Regulierung anpassen. Verbietet man eine Substanz, wandert Verhalten in Ersatzstoffe, in Vorstufen, in Graubereiche des Handels. Für Apotheken ist das nicht das klassische Geschäft, aber es ist Teil der Versorgungswirklichkeit: Angehörige fragen, Jugendliche landen in Notaufnahmen, Ärztinnen und Ärzte brauchen Informationen, Beratungsanlässe entstehen. Der Konflikt ist strukturell. Prävention verlangt klare Botschaften, Versorgung verlangt nüchterne Schadensminimierung – und beides kollidiert im Alltag mit Scham, Zeitdruck und einem Markt, der schneller ist als jede Aufklärungskampagne.
Dass Recht im Alltag manchmal mehr entlastet als jede große Reform, zeigt ein scheinbar trockenes Urteil zur doppelten Haushaltsführung. Wer aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung braucht, kennt die 1.000-Euro-Grenze für Unterkunftskosten – und kennt die Realität großer Städte: Wer parken muss, zahlt extra. Wenn Stellplatzkosten zusätzlich abzugsfähig sind, ist das kein gesellschaftliches Großthema, aber ein Beispiel dafür, wie Detailrecht Lebenswirklichkeit anerkennt. Gerade für Berufsgruppen mit Pendelrealitäten, Schichtdiensten oder Filialstrukturen wirkt so etwas wie ein kleines Ventil. Die Mechanik dahinter ist wichtig: Nicht jeder Euro Entlastung ist „Subvention“, manchmal ist er die Korrektur einer Pauschale, die den Alltag falsch abbildet.
Im Gesundheitsmarkt verschieben sich parallel die Eigentümerstrukturen. Wenn ein skandinavischer Konzern wie Asker deutsche Homecare-Firmen übernimmt, ist das mehr als eine Meldung über Wachstum. Homecare ist ein Feld, in dem Versorgung, Logistik, Verträge und Beratung zusammenfallen – und in dem Apotheken je nach Region Partner, Kunde oder Wettbewerber sein können. Die Trennung von Rollen, die in solchen Übernahmen betont wird, ist ein Hinweis auf das eigentliche Risiko: Daten, Verträge, Preislogiken, Zuweiserbeziehungen. In einem Markt, der stark über Kassenverträge, Lieferketten und Spezialisierung funktioniert, entscheidet Größe nicht nur über Einkauf, sondern über Prozessmacht. Die zweite Ebene ist die Systemfrage: Wollen wir Versorgung in Nischen immer stärker in Konzernlandschaften sehen, weil sie effizienter skalieren – oder verlieren wir lokale Anpassungsfähigkeit, weil Entscheidungen weiter weg vom Patientenalltag getroffen werden?
Während Konzerne wachsen, bleibt an der Basis ein Problem, das in vielen Apotheken jeden Tag spürbar ist: Qualifikation und Aufstiegschancen für PKA. Wenn kaufmännisches Personal die Zahlenlogik tragen soll, braucht es Bildungspfade, die nicht nur „irgendwie möglich“, sondern anerkannt und sichtbar sind. Dass es solche flächendeckenden Angebote kaum gibt, wirkt wie eine stille Geringschätzung eines Berufs, der in Wahrheit Einkauf, Lagerlogik und damit wirtschaftliche Stabilität mitprägt. Die Mechanik ist simpel: Wer Verantwortung will, braucht Kompetenz. Wer Kompetenz will, braucht Weiterbildung. Wer Weiterbildung will, braucht Freistellung, Finanzierung und eine Kultur, die Einblick und Mitverantwortung zulässt. Ohne das bleibt der paradoxe Zustand, dass alle über Wirtschaftlichkeit reden, aber die Menschen, die sie operativ erzeugen könnten, keine systematische Förderung bekommen.
Und dann sind da Themen, die scheinbar weit weg sind – bis sie plötzlich sehr nah sind. Ein importierter Welpe mit vermutlich gefälschtem Impfpass, ein Tollwutnachweis nach dem Tod des Tieres, Kontaktverfolgung, Quarantäne: Das ist kein exotischer Einzelfall, das ist die Erinnerung daran, wie schnell „frei von“ nur ein Status auf Papier ist, wenn Handelswege, illegaler Welpenhandel und gutgläubiger Tierschutz zusammenkommen. Tollwut ist in ihrer Konsequenz brutal eindeutig: unbehandelt tödlich. Öffentliche Gesundheit hängt deshalb nicht an schönen Geschichten, sondern an Kontrollen, Impfnachweisen, Grenzlogik – und an der Bereitschaft, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Tierschutz darf kein Schlupfloch sein, durch das Risiken importiert werden.
Ähnlich ist es bei Masern, nur dass die Gefahr nicht von außen kommen muss. Fallzahlen können sinken, und trotzdem bleibt das Risiko hoch, solange Impfquoten nicht stabil hoch sind. Masern sind keine harmlose „Kinderkrankheit“, sie sind ein Test für Gemeinschaftsschutz. Und sie haben eine zweite, lange Schattenseite: Wer Masern durchmacht, kann danach anfälliger für andere Infektionen werden, weil Immunfunktionen beschädigt werden. Das macht Prävention zur Infrastrukturfrage. Wenn Impfskepsis, Fehlinformation und Impflücken zusammenkommen, reicht ein Funke, und Ausbrüche werden wieder normal. Das ist keine Moralfrage, es ist eine Reaktionsfrage des Systems: Surveillance, schnelle Ausbruchskontrolle, konsequente Impfangebote, klare Zuständigkeiten.
Acht Themen, und doch ein gemeinsamer Druckpunkt: Verlässlichkeit ist kein Zustand mehr, der einfach da ist. Sie muss hergestellt werden – durch Warenverfügbarkeit, durch saubere Abrechnungslogik, durch Kontrolle dort, wo Märkte kriminell werden können, durch Weiterbildung dort, wo Verantwortung delegiert werden soll, durch Eigentümerstrukturen, die Versorgung nicht nur als Renditepfad sehen, und durch Prävention, die nicht erst dann laut wird, wenn der Schaden schon sichtbar ist. Wo diese Herstellung misslingt, entstehen Ersatzmechaniken: Apps ersetzen Beratung, Kontrollen ersetzen Vertrauen, Konzerne ersetzen lokale Improvisation, Quarantäne ersetzt offene Grenzen, Ausbruchsmanagement ersetzt stabile Immunität. Genau darin liegt die Aufgabe für Apotheken und das Versorgungssystem: nicht größer reden, sondern die Puffer im Alltag wieder belastbar machen.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Im selben Bild steht noch eine zweite Linie: Wo Marktlogik über Daten und Preis beschleunigt, wächst die Bedeutung sauberer Regeln, klarer Kontrolle und tragfähiger Routinen. Einzelfälle von Betrug vergiften Vertrauen, Drogen-Notfälle entstehen aus kurzen Wirkfenstern, Impf- und Importlücken kippen in echte Risiken. Verlässlichkeit entsteht nicht durch Lautstärke, sondern durch stabile Puffer im Alltag.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn Apps Verhalten lenken, wird jede Lieferlücke zur Einladung, anderswo zu bleiben. Wenn Kontrollen wachsen, wird jede saubere Dokumentation zur stillen Pflicht, die Zeit kostet und später Streit spart. Und wenn Prävention an Lücken scheitert, wird das, was weit weg klang, plötzlich zur Frage, wer vor Ort Ruhe, Wissen und Verfügbarkeit organisiert.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Entscheidend wird, ob Verfügbarkeit, Kontrolle und Prävention als Alltagspuffer gleichzeitig tragen.
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