• 01.04.2025 – Apotheken-News: Pharmazie im Schatten der Bürokratie

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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-News: Pharmazie im Schatten der Bürokratie

 

Warum Apotheker kaum noch beraten können – und was das für die Gesundheitsversorgung bedeutet

In deutschen Apotheken verschiebt sich der Berufsalltag zunehmend weg von der fachlichen Beratung hin zu einem kaum noch bewältigbaren Verwaltungsapparat. Bürokratische Vorgaben, technische Umstellungen wie das E-Rezept und permanente Dokumentationspflichten binden Ressourcen, kosten Zeit und belasten die Inhaberinnen und Inhaber. Der einst heilberuflich geprägte Beruf verliert an Identität, während die Versorgungssicherheit gefährdet wird. Der Bericht beleuchtet Ursachen, Auswirkungen und notwendige politische wie strukturelle Konsequenzen – und stellt die Frage, wie die Apotheke ihre Rolle als kompetente Anlaufstelle im Gesundheitssystem bewahren kann.


Früher stand die persönliche Betreuung der Patienten im Mittelpunkt des apothekerlichen Handelns – heute dominieren organisatorische und rechtliche Pflichten. Die Einführung digitaler Prozesse wie des E-Rezepts oder die Umsetzung komplexer Datenschutz- und Abrechnungsregeln erfordern ein hohes Maß an personeller, technischer und zeitlicher Kapazität. Anstatt Entlastung zu schaffen, wie ursprünglich beabsichtigt, sorgen viele der neuen Systeme und Vorgaben für zusätzliche Unsicherheit, wiederkehrende Fehlerquellen und hohen Schulungsbedarf im ohnehin unterbesetzten Team.

Das E-Rezept gilt exemplarisch für diese Entwicklung. Als Symbol der Digitalisierung sollte es Effizienzgewinne bringen und Prozesse verschlanken. In der Realität kämpfen viele Apotheken mit lückenhafter IT-Infrastruktur, Systemabbrüchen, unklaren Verfahrenswegen und einer hohen Störanfälligkeit. Hinzu kommen neue Datenschutzpflichten, die eine exakte und dokumentierte Handhabung der Patientendaten erforderlich machen – eine Aufgabe, die im hektischen Apothekenalltag kaum ohne Reibungsverluste umgesetzt werden kann.

Diese Anforderungen haben Folgen: Der Zeitdruck steigt, die Beratungskapazität sinkt. Viele Apotheker berichten von einer zunehmenden Entfremdung von ihrem Beruf. Statt Gesprächen mit Patienten führen sie Dokumentationsprozesse, Qualitätsmanagement, Kontrollabläufe und Rücksprachen mit Krankenkassen. Die Balance zwischen heilberuflicher Verantwortung und wirtschaftlicher Betriebsführung verschiebt sich – zulasten der Fachlichkeit.

Besonders betroffen sind kleinere Apotheken, oft inhabergeführt, die weder über eine Verwaltungsabteilung noch über digitale Spezialisten verfügen. Hier bleibt die gesamte Last bei einer Person, die zugleich die betriebliche Verantwortung trägt. In dieser Konstellation bleibt kaum Raum für strategische Entwicklung, Präventionsangebote oder neue pharmazeutische Dienstleistungen – obwohl diese politisch ausdrücklich gewünscht sind.

Die Frage, wie sich dieser Zustand langfristig auf die Versorgung auswirkt, ist längst nicht mehr theoretisch. Sinkende Motivation, Nachwuchsmangel und Betriebsschließungen in ländlichen Regionen zeigen, dass die Belastungsgrenze vielerorts erreicht ist. Wenn Apotheken zunehmend zu Verwaltungsstellen werden, steht auch ihre Funktion als niedrigschwellige Versorgungsinstanz infrage.


Kommentar:

Die Lage in den Apotheken ist Ausdruck eines systemischen Ungleichgewichts. Die zunehmende Bürokratisierung des Gesundheitswesens, politisch häufig mit Qualitäts- oder Sicherheitszielen begründet, hat einen Punkt erreicht, an dem sie ihre ursprüngliche Funktion konterkariert. Was den Patientenschutz verbessern sollte, behindert nun die Versorgung. Diejenigen, die als erste Ansprechpartner im Alltag fungieren, werden in ein Korsett aus Verwaltungspflichten, Regularien und technokratischen Anforderungen gezwängt, das kaum noch Spielraum für ihre eigentliche Aufgabe lässt.

Dabei ist die politische Rhetorik oft widersprüchlich. Einerseits werden Apotheken für ihre Rolle in der Pandemie, bei Lieferengpässen oder als Impfstelle gelobt. Andererseits werden sie mit neuen Pflichten überhäuft, die selten praxisgerecht umgesetzt oder finanziell abgefedert werden. Dieser Widerspruch zehrt nicht nur an den Kräften der Betroffenen, sondern auch an ihrem Vertrauen in die gesundheitspolitische Steuerung.

Besonders problematisch ist, dass das Tempo der Veränderungen nicht mit dem Realitätssinn der Umsetzung korrespondiert. Jede neue Vorschrift, sei sie technischer, juristischer oder betrieblicher Natur, muss nicht nur verstanden, sondern auch in die betrieblichen Abläufe integriert werden. Ohne Schulungen, Zeitfenster oder personelle Kapazitäten bleibt vieles improvisiert oder unvollständig – mit entsprechenden Risiken für die Haftung, die Abrechnung und die Qualität der Versorgung.

Was jetzt gebraucht wird, ist ein klares politisches Signal. Die Stimmen aus der Praxis müssen gehört und ernst genommen werden. Gesetzgebung und Verordnungsgebung sollten von Beginn an mit Apothekenalltag und Versorgungspraxis abgeglichen werden. Nicht alles, was sich auf dem Papier gut liest, funktioniert in der Realität. Eine nachhaltige Versorgung braucht keine immer neuen Pflichten – sie braucht verlässliche Strukturen, praxistaugliche Systeme und Freiräume für das, was den Beruf ausmacht: pharmazeutische Verantwortung.

Darüber hinaus muss die Digitalisierung als Werkzeug begriffen werden, nicht als weiterer Kontrollmechanismus. Sie darf nicht zum Selbstzweck werden, sondern muss Prozesse vereinfachen, Transparenz schaffen und die Apothekenleitung tatsächlich entlasten. Nur dann entsteht ein Klima, in dem sich Apothekerinnen und Apotheker wieder auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können – und nicht von ihrer eigenen Verwaltung erdrückt werden.

Die Zukunft der öffentlichen Apotheke hängt maßgeblich davon ab, ob es gelingt, diese Schieflage zu korrigieren. Wird sie ignoriert, droht der stille Rückzug vieler, die sich aus Überforderung oder Perspektivlosigkeit aus dem Beruf verabschieden. Wird sie ernst genommen, bietet sich die Chance, die Apotheke als moderne, patientennahe und fachlich starke Säule im Gesundheitssystem neu zu positionieren.

Von Engin Günder, Fachjournalist

 

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