• 19.12.2024 – Apotheken-Nachrichten von heute - Update: E-Rezepte, Digitalisierung und wachsender Wettbewerb

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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-Nachrichten von heute - Update: E-Rezepte, Digitalisierung und wachsender Wettbewerb

 

Politische Reformen, neue Wirkstoffe und der Vorstoß von Versandhändlern prägen die Zukunft des Apothekenmarktes

Die deutsche Apothekenlandschaft steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Während die ABDA durch interne Konflikte geschwächt ist, drängt dm strategisch in den Apothekenmarkt und verstärkt den Wettbewerb. Das E-Rezept über CardLink spaltet Meinungen zwischen Kundenservice und hohen Kosten, während Kooperationen wie die von Gesund.de und Medatixx die Digitalisierung vorantreiben. Zugleich belasten wirtschaftliche Unsicherheiten und regulatorische Neuerungen wie die Schiedsentscheidung zu Entlassrezepten die Apotheken. Sicherheitsrisiken wie Dosierungsfehler bei Deferasirox und der Druck durch Versandhändler stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Mit 43 neuen Wirkstoffen treiben pharmazeutische Innovationen die Branche an, doch Apotheken agieren in einem immer komplexeren Umfeld aus Reformen, Wettbewerb und Wachstumspotenzialen.

 

Apotheken ohne Vertretung: Sprachlos im politischen Wahlkampf

Während sich die politischen Parteien im Wahlkampf positionieren und die Diskussionen um zentrale Themen wie Gesundheitsreformen und soziale Gerechtigkeit intensivieren, befindet sich die Standesvertretung der deutschen Apotheker in einer tiefen Führungskrise. Die ABDA, das Dach der Apothekerorganisationen, ist derzeit kaum in der Lage, die Interessen der Apotheken wirksam zu vertreten. Interne Spannungen und die jüngsten Konflikte an der Spitze der Organisation lähmen das Handlungsvermögen in einer Zeit, in der eine starke politische Stimme entscheidend wäre.

Die Situation könnte kaum ungünstiger sein. Die Bundesregierung plant weitreichende Veränderungen im Gesundheitswesen, darunter auch die umstrittene Reform der Apothekenvergütung. Insbesondere kleinere und mittelständische Apotheken sind von den wirtschaftlichen Herausforderungen betroffen. Doch statt geschlossen aufzutreten und Einfluss auf die politische Agenda zu nehmen, herrscht bei der ABDA Uneinigkeit. Der Rücktritt von Führungspersönlichkeiten und das Fehlen einer klaren Strategie haben das Vertrauen vieler Apotheker erschüttert.

Auf politischer Ebene werden die Belange der Apotheken zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Reformen im Bereich der Arzneimittelversorgung oder der Ausbau der digitalen Infrastruktur werden oft ohne Berücksichtigung der Perspektiven der Apotheken vorangetrieben. Der Wahlkampf bietet eigentlich eine Gelegenheit, auf Missstände aufmerksam zu machen und Forderungen lautstark zu platzieren. Doch die ABDA hat bislang keine schlagkräftigen Kampagnen oder politischen Statements veröffentlicht, die das Gewicht der Branche verdeutlichen könnten.

Für Apothekenbetreiber ist diese Lage alarmierend. Sie müssen sich auf mögliche weitere Belastungen durch regulatorische Maßnahmen vorbereiten. Angesichts der Unsicherheit und der schwachen Standesvertretung bleibt ihnen oft nur der direkte Dialog mit politischen Entscheidungsträgern, um ihre Anliegen individuell zu adressieren. Besonders regionale Netzwerke und Zusammenarbeit könnten dabei helfen, politische Aufmerksamkeit zu erzeugen. Gleichzeitig gilt es, die betrieblichen Abläufe zu optimieren und innovative Ansätze zu verfolgen, um die Resilienz gegenüber neuen Herausforderungen zu stärken.

Ein weiterer Punkt, den Betreiber beachten müssen, ist die wachsende Bedeutung der Digitalisierung. Viele politische Reformen zielen darauf ab, Prozesse zu automatisieren und digital zu vereinfachen, was Investitionen in Technologie und Schulungen notwendig macht. Apotheken sollten proaktiv auf solche Entwicklungen reagieren und ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Letztlich wird es entscheidend sein, dass die Apothekergemeinschaft zusammenrückt und die dringend benötigten Reformen innerhalb der ABDA vorantreibt. Ohne eine starke und handlungsfähige Vertretung drohen die Apotheken im politischen Machtgefüge zunehmend an Einfluss zu verlieren – mit potenziell gravierenden Folgen für ihre wirtschaftliche Stabilität und ihre Rolle in der Gesundheitsversorgung.

Die Krise der ABDA kommt zur Unzeit, und das Versagen der Standesvertretung offenbart grundlegende Schwächen in der Organisation. Gerade jetzt, da die politische Bühne von Wahlkampfstrategien und Reformdebatten beherrscht wird, wäre es unerlässlich, dass die Apotheken eine starke Stimme haben. Doch stattdessen sieht man eine ABDA, die sich in internen Machtkämpfen verliert und kaum noch handlungsfähig erscheint.

Die Apothekenbranche steht vor gewaltigen Herausforderungen: die wirtschaftliche Belastung durch stagnierende Vergütungen, die Auswirkungen der Inflation, der Fachkräftemangel und die zunehmende Konkurrenz durch den Versandhandel. Gleichzeitig stehen wichtige politische Weichenstellungen bevor, etwa bei der Finanzierung des Gesundheitssystems oder der Ausgestaltung der digitalen Infrastruktur. Dass die ABDA diese Themen nicht mit Nachdruck auf die politische Agenda bringt, ist ein Versäumnis, das schwerwiegende Konsequenzen haben könnte.

Es liegt nun an den Mitgliedern der Organisation, klare Reformen einzufordern. Die Struktur der ABDA muss moderner und effizienter werden. Entscheidungen dürfen nicht länger in endlosen Gremiensitzungen zerredet werden, während andere Interessenvertretungen gezielt handeln und Erfolge verbuchen.

Für die einzelnen Apothekenbetreiber bedeutet dies, dass sie nicht länger auf eine Lösung von oben warten können. Eigeninitiative und regionales Engagement sind gefragt, um den politischen Druck zu erhöhen. Es ist an der Zeit, dass Apothekerinnen und Apotheker ihre Expertise nutzen und aktiv auf Entscheidungsträger zugehen, sei es auf kommunaler oder Landesebene.

Die Krise der ABDA sollte jedoch auch als Chance verstanden werden. Sie zeigt deutlich, dass die Branche einen Wendepunkt erreicht hat. Eine stärkere Zusammenarbeit, ein moderneres Kommunikationskonzept und die gezielte Förderung von Nachwuchskräften könnten dazu beitragen, die Apothekerschaft wieder zu einer einflussreichen Stimme im Gesundheitswesen zu machen. Ohne eine grundlegende Neuausrichtung droht jedoch ein weiterer Bedeutungsverlust – und mit ihm die Schwächung einer der wichtigsten Säulen der Gesundheitsversorgung.

 

dm dringt in den Apothekenmarkt vor: Ein strategischer Schritt mit weitreichenden Auswirkungen

Die Drogeriekette dm hat offiziell bekannt gegeben, in den Apothekenmarkt einzutreten und langfristig ihre Filialen als zentrale Anlaufstellen für Gesundheitsfragen zu etablieren. In diesem Zusammenhang lädt das Unternehmen interessierte Akteure ein, sich aktiv an der Entwicklung und Umsetzung dieses Vorhabens zu beteiligen. Die Entscheidung von dm, das Geschäftsmodell zu erweitern und in den stark regulierten Gesundheitsmarkt einzutreten, stellt nicht nur einen strategischen Schritt dar, sondern könnte auch den gesamten Apothekensektor nachhaltig verändern.

Mit über 2.000 Filialen und einer etablierten Marktposition ist dm in Deutschland längst eine feste Größe im Drogeriebereich. Der Schritt in den Apothekenmarkt erscheint daher nicht nur als natürliche Erweiterung der bisherigen Dienstleistungen, sondern auch als eine Antwort auf die zunehmende Digitalisierung und den Wandel im Gesundheitswesen. Das Unternehmen setzt dabei nicht nur auf den Verkauf von Medikamenten, sondern will sich langfristig als umfassender Anbieter von Gesundheitslösungen positionieren. Dies umfasst sowohl die klassische Arzneimittelversorgung als auch innovative Angebote in den Bereichen Prävention, Beratung und Telemedizin.

Das Projekt von dm kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Apothekenmarkt bereits vor großen Herausforderungen steht. Steigende Betriebskosten, der zunehmende Wettbewerb durch Online-Apotheken und die laufende Digitalisierung stellen Apotheker und Apothekenbetreiber vor erhebliche Anforderungen. Das Unternehmen reagiert mit diesem Schritt auf die veränderten Rahmenbedingungen und sieht die Chance, das Gesundheitssystem aktiv mitzugestalten und den Kunden eine noch breitere Palette an Gesundheitslösungen anzubieten.

Für Apothekenbetreiber bedeutet die Ankündigung von dm, dass sie sich auf noch stärkeren Wettbewerb einstellen müssen. Der Markt, in dem Apotheker bislang eine zentrale Rolle als Gesundheitsberater und Arzneimittelversorger eingenommen haben, wird zunehmend von großen Unternehmen wie dm herausgefordert, die mit ihren umfangreichen Filialnetzen und einem breiten Dienstleistungsportfolio auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen wollen. Apothekenbetreiber müssen sich nun überlegen, wie sie ihre eigenen Angebote weiter differenzieren können, um den neuen Marktanforderungen gerecht zu werden.

Ein zentraler Aspekt ist die zunehmende Bedeutung der digitalen Transformation. Die Einführung des E-Rezepts und die Weiterentwicklung digitaler Gesundheitsangebote stellen Apotheken vor neue Herausforderungen, bieten jedoch auch Potenziale. Wer in der Lage ist, moderne Technologien in die eigene Arbeitsweise zu integrieren und so den Kundenservice zu verbessern, wird langfristig von den neuen Marktbedingungen profitieren können. Besonders die Themen Telemedizin und digitale Gesundheitsberatung gewinnen zunehmend an Bedeutung und könnten in Zukunft auch für Apothekenbetreiber eine neue Einnahmequelle darstellen.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, wie sich Apotheken und dm aufeinander zubewegen werden. Es ist denkbar, dass eine Zusammenarbeit entstehen könnte, bei der dm als Anbieter von digitalen Gesundheitslösungen und Apotheken als Vertriebs- und Beratungsstellen fungieren. Solche Modelle, die verschiedene Akteure des Gesundheitsmarktes miteinander verbinden, könnten nicht nur für Apotheken, sondern auch für Patienten von Vorteil sein.

Der Eintritt von dm in den Apothekenmarkt stellt eine ernsthafte Herausforderung für Apothekenbetreiber dar. Es ist klar, dass der Gesundheitsmarkt zunehmend von großen Unternehmen geprägt wird, die über umfangreiche Ressourcen und eine starke Markenbindung verfügen. Apothekenbetreiber müssen sich daher der Frage stellen, wie sie sich von der Konkurrenz abheben können. Dabei spielt nicht nur das klassische Sortiment eine Rolle, sondern auch der Ausbau von digitalen Dienstleistungen und die Erweiterung des Beratungsangebots.

Gerade in Zeiten der Digitalisierung könnte der Schlüssel zum Erfolg darin liegen, innovative, digitale Lösungen zu integrieren. Apotheken, die in der Lage sind, ihren Kunden einen einfachen Zugang zu telemedizinischen Angeboten und digitalen Gesundheitsservices zu bieten, könnten sich langfristig als unverzichtbare Partner im Gesundheitswesen positionieren. Doch dies erfordert nicht nur technologische Investitionen, sondern auch die Bereitschaft, sich mit neuen Geschäftsmodellen auseinanderzusetzen und die eigene Rolle als Gesundheitsdienstleister zu überdenken. Wer sich diesen Herausforderungen stellt, kann die Chancen nutzen, die der Markt im Wandel bietet, und auch in Zukunft eine zentrale Rolle im deutschen Gesundheitswesen spielen.

 

Integrität im Risikomanagement: Wie spezialisierte Versicherungen Apothekenbetreibern Sicherheit bieten

In der dynamischen Landschaft des Gesundheitswesens sind Apotheken nicht nur ein wichtiger Anlaufpunkt für medizinische Versorgung, sondern auch Zentren hoher betrieblicher Risiken. Diese reichen von Haftungsfragen über die Sicherheit von Patientendaten bis hin zu Betriebsunterbrechungen. Eine auf die spezifischen Bedürfnisse von Apotheken zugeschnittene Versicherung bietet hier nicht nur Schutz, sondern fungiert auch als ein entscheidender Baustein für nachhaltigen geschäftlichen Erfolg.

Spezialisierte Versicherungen für Apotheken adressieren die einzigartigen Herausforderungen dieses Sektors, indem sie über den Rahmen allgemeiner Geschäftsversicherungen hinausgehen. Das beginnt bei der Produkthaftung, geht über die Deckung von Berufshaftpflichtrisiken und erstreckt sich bis zu spezifischen Cyber-Risiken. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesundheitsbranche und der steigenden Zahl von Cyberangriffen ist es für Apotheken unerlässlich, sich gegen Risiken wie Datenverlust oder -diebstahl zu wappnen. Spezialisierte Versicherungen bieten Schutzmaßnahmen, die auf solche Szenarien zugeschnitten sind, und unterstützen Apotheken im Krisenfall nicht nur finanziell, sondern oft auch mit Expertise im Risikomanagement.

Neben der Cyber-Sicherheit ist die Absicherung gegen Betriebsunterbrechungen eine der Kernkomponenten dieser Versicherungspolicen. Jede Störung des Betriebs kann zu signifikanten finanziellen Einbußen führen, besonders wenn es um die Gesundheitsversorgung geht. Eine effektive Versicherung hilft dabei, den Betrieb schnellstmöglich wiederherzustellen, und deckt dabei Verluste ab, die während der Unterbrechung entstehen. Dazu gehören nicht nur entgangene Einnahmen, sondern auch laufende Kosten, die trotz Betriebsstillstand weiterhin anfallen.

Die Notwendigkeit, die richtige Versicherungspolice auszuwählen, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dies erfordert eine gründliche Analyse der betrieblichen Risiken und eine enge Zusammenarbeit mit Versicherungsberatern, die sich auf den Gesundheitssektor spezialisiert haben. Deren Fachkenntnisse garantieren, dass die gewählte Police wirklich alle relevanten Risiken abdeckt und anpassungsfähig genug ist, um auf neue Bedrohungen reagieren zu können.

Die strategische Bedeutung spezialisierter Versicherungen im Apothekenbereich lässt sich kaum überschätzen. Sie schützen nicht nur die finanzielle Stabilität und operationale Funktionsfähigkeit der Apotheken, sondern auch die Gesundheit und Sicherheit der Kunden, die diesen Einrichtungen ihr Vertrauen schenken. In einer Zeit, in der sowohl die regulatorischen Anforderungen als auch die technologischen Möglichkeiten ständig fortschreiten, ist ein umfassender Versicherungsschutz grundlegend für die Resilienz und Zukunftsfähigkeit von Apotheken. Apothekenbetreiber, die in hochwertige, maßgeschneiderte Versicherungslösungen investieren, zeigen nicht nur Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihren geschäftlichen Interessen, sondern auch eine tiefe Verpflichtung gegenüber der Gesundheit der Gemeinschaft. Dieser proaktive Ansatz im Risikomanagement stärkt nicht nur das eigene Geschäft, sondern trägt auch wesentlich zur Stabilität des gesamten Gesundheitssystems bei.

 

E-Rezept über CardLink: Apotheken zwischen Kundenservice und Kostenfalle

Das CardLink-Verfahren zur Einlösung von E-Rezepten sorgt in Apotheken für geteilte Meinungen. Während die Kundschaft den digitalen Service zunehmend nutzt, gerät das System bei        in die Kritik. Jutta Welker, Inhaberin der Frosch-Apotheke in Limburg, hat den Einlöseweg Mitte September eingeführt und zeigt sich überrascht von den damit verbundenen Kosten.

„Dass jeder Versuch, ein Rezept zu buchen, Geld kostet, ist extrem“, äußert sich die Apothekerin verärgert. Besonders problematisch ist aus ihrer Sicht die schnelle Erschöpfung der bei der Gedisa gebuchten Transaktionen. Für Apotheken, die sich bereits in einer angespannten wirtschaftlichen Lage befinden, stellen diese Gebühren eine zusätzliche Belastung dar.

Das CardLink-System funktioniert so, dass Kundinnen und Kunden ein E-Rezept über eine spezielle Plattform einlösen können. Dabei entstehen pro Transaktion Kosten, die die Apotheke tragen muss – unabhängig davon, ob das Rezept erfolgreich eingelöst wird oder nicht. „Das Geld wird uns regelrecht aus der Tasche gezogen“, klagt Welker.

Für Apothekenbetreiber ergibt sich daraus eine zentrale Frage: Lohnt sich der Service, oder überwiegen die Nachteile? Besonders kleinere Apotheken könnten durch die Gebühren in Bedrängnis geraten, was langfristig ihre Existenz gefährden könnte. Experten raten daher, die Kosten genau zu analysieren und alternative Einlösewege zu prüfen. Auch Verhandlungen mit den Plattformbetreibern über transparente Gebührenmodelle könnten Abhilfe schaffen.

Unabhängig von den wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt das CardLink-Verfahren ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung des Gesundheitssystems. Für viele Kundinnen und Kunden ist die Möglichkeit, E-Rezepte bequem einzulösen, ein echter Mehrwert. Doch Apothekenbetreiber müssen abwägen, wie sie den Service in ihre Kostenstruktur integrieren können, ohne wirtschaftliche Einbußen zu riskieren.

Das CardLink-Verfahren wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen der Digitalisierung im Apothekensektor. Während die Vorteile für die Kundschaft offensichtlich sind, stehen Apothekenbetreiber vor der schwierigen Aufgabe, die entstehenden Kosten zu stemmen.

Es ist ein Balanceakt zwischen modernem Service und wirtschaftlicher Verantwortung. Die Forderung nach transparenteren Gebührenmodellen ist berechtigt. Schließlich können Apotheken nicht allein die Last der Digitalisierung tragen, während andere Akteure, etwa Plattformbetreiber, profitieren.

Die Politik und die Betreiber der Plattformen sind gefragt, Lösungen zu entwickeln, die sowohl den Patientenkomfort als auch die wirtschaftliche Stabilität der Apotheken sicherstellen. Ohne faire Rahmenbedingungen droht eine weitere Belastung der Apothekenlandschaft – und das in einem ohnehin angespannten Umfeld.

Die Digitalisierung kann nur erfolgreich sein, wenn alle Beteiligten davon profitieren. Andernfalls droht die Gefahr, dass innovative Technologien wie CardLink nicht zur Lösung, sondern zum Problem werden.

 

Gesund.de und Medatixx: Digitaler Fortschritt für Praxen und Apotheken

Die Plattform Gesund.de setzt einen neuen Meilenstein in der Digitalisierung des Gesundheitswesens, indem sie ihre Angebote auf Arztpraxen und Sanitätshäuser ausweitet. In Kooperation mit dem Praxisverwaltungssystem-Anbieter Medatixx wird ein innovatives System geschaffen, das die Kommunikation zwischen Patient:innen und medizinischen Einrichtungen erleichtert. Ab 2024 profitieren Medatixx-Nutzer:innen im Rahmen ihres Softwarepflegevertrags kostenlos von neuen Funktionen, die nahtlos in die Gesund.de-App integriert werden.

Das Herzstück der Kooperation bildet die Einführung von Gesund.de-CardLink. Diese Funktion ermöglicht es, E-Rezepte digital über die App und die elektronische Gesundheitskarte direkt an Apotheken zu übermitteln. Darüber hinaus können Patient:innen Dokumente, Medikationspläne und sogar Wiederverordnungsanfragen sicher übermitteln. Die Digitalisierung dieser Prozesse spart Zeit und Ressourcen, wie Michael Schober, Leiter für Plattform- und Geschäftsentwicklung bei Medatixx, erklärt. Gleichzeitig gewährleistet das System Datenschutz und erhöht die Servicequalität der Praxen.

Ergänzend können Arztpraxen ihre Kontaktdaten, Öffnungszeiten sowie Abwesenheitszeiten mit Abwesenheitsnotizen in der Gesund.de-App hinterlegen. Bei Nutzung des Online-Terminmanagements „x.webtermin“ wird auch eine Terminbuchung über die App möglich. Gesund.de-Geschäftsführer Maximilian Achenbach bezeichnet die Kooperation als „entscheidenden Schritt“, um Patient:innen, Arztpraxen, Apotheken und Sanitätshäuser in einem digitalen Ökosystem zu vernetzen. Ziel sei es, die gesamte Patient:innenreise – von der Terminvereinbarung bis zum Medikationsplan – digital zu unterstützen und den Zugang zu lokalen Gesundheitsleistungen zu erleichtern.

Das Angebot verspricht nicht nur den Praxen, sondern auch Apotheken und Sanitätshäusern erhebliche Vorteile. Weniger Verwaltungsaufwand, effizientere Prozesse und eine bessere Erreichbarkeit für Patient:innen stehen im Mittelpunkt des Ansatzes. Diese Initiative könnte einen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung und Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens leisten.

Die Partnerschaft zwischen Gesund.de und Medatixx zeigt beispielhaft, wie Digitalisierung einen echten Mehrwert für das Gesundheitswesen schaffen kann. Während die Gesundheitsbranche oft für langsame Innovationszyklen kritisiert wird, setzt dieses Projekt neue Maßstäbe. Die direkte Übermittlung von E-Rezepten an Apotheken ist nicht nur eine logistische Verbesserung, sondern auch ein Schritt hin zu einer patientenzentrierten Versorgung.

Doch diese Fortschritte werfen auch Fragen auf. Werden alle Praxen die Möglichkeiten nutzen können, oder entstehen digitale Hürden, die besonders kleinere Praxen belasten könnten? Ebenso bleibt abzuwarten, ob der Datenschutz langfristig auf höchstem Niveau gewährleistet werden kann. Die Integration in ein umfassendes Ökosystem bietet zweifellos Potenzial, erfordert jedoch auch ein Höchstmaß an technischer und organisatorischer Abstimmung.

Trotz möglicher Herausforderungen überwiegen die Chancen. Gesund.de und Medatixx zeigen, dass Digitalisierung keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung für das Gesundheitswesen sein kann – wenn sie richtig umgesetzt wird. Es bleibt zu hoffen, dass andere Akteure im Gesundheitswesen diesem Beispiel folgen und innovative Lösungen vorantreiben.

 

Schiedsentscheidung zu Entlassrezepten in Deutschland: Regelungen für papiergebundene Verordnungen festgelegt

Nach langen Verhandlungen und anhaltenden Differenzen zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem GKV-Spitzenverband über die Handhabung von Entlassrezepten, kam es zu einer entscheidenden Schiedsentscheidung. Über zwei Jahre hinweg konnten sich die Parteien nicht auf die Modalitäten der Abwicklung und Vergütung von Entlassrezepten einigen, woraufhin der GKV-Spitzenverband die Schiedsstelle einberief. Ziel war es, eine Regelung nach den Vorgaben der Anlage 8 sowie die Aufnahme von Bestimmungen aus dem Lieferengpassgesetz (ALBVVG) und dem Pflegestudiumstärkungsgesetz (PflStudStG) zu erreichen.

Die Schiedsstelle hat nun zugunsten der Apotheken entschieden, jedoch beschränkt sich dieser Beschluss ausschließlich auf papiergebundene Entlassrezepte. Die Entscheidung trägt wesentlich dazu bei, die Komplexität und die bürokratischen Hürden bei der Abwicklung solcher Rezepte zu reduzieren. Gemäß dem Schiedsspruch verlieren Apotheken bei bestimmten Unstimmigkeiten in den Rezeptformularen nicht ihren Anspruch auf Vergütung. Dazu zählen Fehler oder das Fehlen des Kennzeichens „04“ oder „14“ im Statusfeld, das Fehlen der Arztnummer, leere Felder für die Betriebsstättennummer (BSNR), sowie Differenzen zwischen den Ziffern des BSNR-Feldes und der Codierleiste, solange bestimmte Standortkennzeichen erkennbar sind.

Die Schiedsstelle betont, dass durch diese Regelungen unnötige Arztrückfragen und Korrekturen der Verordnungen durch Apotheken vermieden werden sollen. Die Apotheken erhalten somit die Möglichkeit, auch bei unvollständigen Angaben auf den Rezepten die Medikation ohne finanzielle Einbußen abzugeben. Die Kostendeckung für das Ausfüllen fehlender Angaben im Arztnummern- und BSNR-Feld übernehmen die Krankenkassen, was über die Abrechnungszentren der Apotheken geregelt wird.

Während die Entscheidung der Schiedsstelle ab dem 1. Januar 2025 in Kraft tritt, gilt sie auch rückwirkend für Abgaben, die vor diesem Stichtag erfolgt sind. Sollten die Krankenkassen bis zum 31. Dezember 2024 Retaxationen durchgeführt haben, findet die Regelung jedoch keine Anwendung. Ferner wurden mit den Ersatzkassen und einigen Primärkassen Friedenspflichten vereinbart, die bis zum Ende des Jahres 2024 Bestand haben.

Für elektronische Entlassverordnungen (E-Entlassverordnungen) sollen bei Bedarf vergleichbare Regelungen getroffen werden, um eine konsistente Handhabung über alle Verordnungsformen sicherzustellen. Diese Entscheidung stellt einen wichtigen Schritt zur Vereinfachung und Verbesserung der administrativen Prozesse im Gesundheitswesen dar und unterstützt Apotheken in ihrer zentralen Rolle bei der Medikamentenversorgung nach dem Krankenhausaufenthalt.

 

Versandhandel contra lokale Apotheken: Eine Debatte um Zugänglichkeit und Kosten

Im Sat.1 Frühstücksfernsehen wurde heute Morgen unter der Rubrik „Krass, wichtig & aktuell“ eine hitzige Diskussion geführt über die Auswirkungen der Versandoffensive von dm auf traditionelle Apotheken. Reporter Sebastian Fenske stellte die Pläne der Drogeriekette vor, freiverkäufliche Apothekenprodukte nun auch online zu vertreiben und hob die möglichen finanziellen Vorteile für die Konsumenten hervor. Er verwies auf einen Preisvergleich, laut dem das Bronchicum Elixier online deutlich günstiger angeboten wird als in stationären Apotheken.

Die Moderatoren Matthias Killing und Karen Heinrichs äußerten jedoch erhebliche Bedenken gegenüber den potenziellen Nachteilen, die ein Rückgang der Apothekendichte mit sich bringen könnte. Heinrichs erzählte von ihren persönlichen Erfahrungen mit der Schließung ihrer lokalen Apotheke und den Herausforderungen, die sie in Krankheitszeiten dadurch erlebte. Killing betonte insbesondere die Bedeutung des direkten Zugangs zu pharmazeutischer Beratung für ältere Menschen, die möglicherweise Schwierigkeiten mit dem Online-Kauf haben.

Die Diskussion zeigte deutlich, dass der Versandhandel zwar finanzielle Erleichterungen bieten kann, jedoch auch bedeutende Risiken für die pharmazeutische Grundversorgung birgt. Diese Thematik hat bereits in verschiedenen Medienformaten Resonanz gefunden, was die gesellschaftliche Relevanz und die Dringlichkeit einer ausgewogenen Lösung unterstreicht.

Die Expansion von Großunternehmen wie dm in den Online-Arzneimittelmarkt ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bietet es die Möglichkeit, Medikamente kostengünstiger zu erwerben und könnte besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit als Segen erscheinen. Andererseits dürfen wir nicht übersehen, dass Apotheken mehr sind als nur Verkaufsstellen. Sie sind lebenswichtige Beratungszentren, die eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung spielen. Die persönliche Interaktion mit Fachpersonal, das im Notfall berät und unterstützt, kann durch keine Online-Plattform ersetzt werden.

Wir müssen daher eine Balance finden, die sowohl die finanzielle Zugänglichkeit von Arzneimitteln gewährleistet als auch die fortbestehende Verfügbarkeit von qualifizierter pharmazeutischer Beratung sichert. Das Verschwinden von Apotheken aus dem Stadtbild, insbesondere in ländlichen und sozial schwächeren Gebieten, könnte langfristig mehr Kosten verursachen, als die Einsparungen durch Online-Angebote kurzfristig aufwiegen. In dieser Debatte steht viel auf dem Spiel, und es bedarf einer sorgfältigen Abwägung aller Faktoren, um eine gesunde medizinische Infrastruktur zu erhalten.

 

Strukturwandel im Gesundheitswesen: Die Forderung nach nachhaltiger Finanzierung"

Das deutsche Gesundheitswesen steht vor entscheidenden Veränderungen. In einem jüngst veröffentlichten Positionspapier fordern die Innungskrankenkassen (IKKen) tiefgreifende Reformen zur Sicherstellung einer nachhaltigen Finanzierung. Angesichts eines prognostizierten Defizits von 13,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sehen die Kassen dringenden Handlungsbedarf. Die IKKen schlagen eine signifikante Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Arznei- und Hilfsmittel von 19% auf 7% vor, um die finanzielle Belastung der Versicherten und Arbeitgeber zu mindern und die Ausgaben dynamisch zu steuern.

Die Debatte um die Mehrwertsteuersenkung ist nicht neu. Bereits früher haben Politiker wie der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, ähnliche Vorschläge eingebracht. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) forderte sogar die komplette Streichung der Mehrwertsteuer auf Medikamente. Diese Vorschläge sind Teil eines umfassenderen Dialogs über die finanzielle Tragfähigkeit des Gesundheitssystems, welches unter steigenden Kosten und einem zunehmenden Bedarf an medizinischen Leistungen leidet.

Die IKKen betonen auch die Notwendigkeit einer Entbürokratisierung und Förderung der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Eine effiziente Nutzung moderner Technologien könnte dabei helfen, die Arzneimittelversorgung zukunftssicher zu machen und die Selbstverwaltung der Kassen zu stärken. Darüber hinaus wird eine Überarbeitung des Bundeszuschusses gefordert, um die finanzielle Verantwortung des Bundes für die Versorgung von Sozialhilfeempfängern und die Finanzierung gesellschaftlicher Aufgaben angemessen zu reflektieren.

Die IKKen appellieren an die neue Regierung, innovative Finanzierungsmodelle zu überdenken und umzusetzen, wie etwa die Umwandlung von Steuern auf gesundheitsschädliche Genussmittel in Abgaben, die direkt dem Gesundheitsfonds zufließen. Diese Maßnahmen sollen nicht nur zur Kostendämpfung beitragen, sondern auch präventive Effekte fördern und das Gesundheitssystem auf eine solidarische und finanziell nachhaltige Basis stellen.

Die Reformvorschläge der Innungskrankenkassen markieren einen kritischen Wendepunkt für das deutsche Gesundheitssystem. Während die Idee der Mehrwertsteuersenkung auf Arzneimittel und Hilfsmittel breite Unterstützung findet, stellt sie doch nur einen Teil der Lösung dar. Die tatsächliche Herausforderung liegt in der Durchsetzung der strukturellen Veränderungen, die notwendig sind, um das System langfristig zu stabilisieren. Hierbei ist politischer Wille unabdingbar, um die notwendigen legislativen und organisatorischen Reformen voranzutreiben. Die Fokussierung auf digitale Innovationen und die Entlastung der Versichertengemeinschaft durch neue Steuermodelle sind progressive Schritte, die dennoch mit Vorsicht zu behandeln sind, um die Qualitätsstandards der medizinischen Versorgung nicht zu kompromittieren. Die Diskussion um diese Reformen wird ein Prüfstein für die Resilienz und Zukunftsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems sein.

 

Novartis plant Schließung von Morphosys nach Übernahme

Novartis, der Schweizer Pharmariese, hat die Schließung des deutschen Biotechnologieunternehmens Morphosys bis Ende 2025 angekündigt. Diese Entscheidung folgt auf die Übernahme von Morphosys durch Novartis Anfang dieses Jahres für einen Kaufpreis von 2,7 Milliarden Euro. Laut Berichten der „Wirtschaftswoche“, die sich auf Aussagen von Novartis stützen, werden die Standorte in Deutschland und den USA betroffen sein, was zur Folge hat, dass rund 330 Arbeitsplätze wegfallen werden.

Die Übernahme zielte darauf ab, Novartis Zugang zu neuen Technologien und speziell zu Pelabresib zu verschaffen, einem vielversprechenden Medikament zur Behandlung von Myelofibrose, einer lebensbedrohlichen Erkrankung des Knochenmarks. Trotz der anfänglichen Hoffnungen hat sich die Entwicklung des Medikaments jedoch nicht wie erwartet vollzogen, was kürzlich zu einer Wertberichtigung von 800 Millionen US-Dollar auf die Investition führte.

Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die inhärenten Risiken und die Unberechenbarkeit in der Pharmaforschung, wo hohe Investitionen und innovative Ansätze keine Erfolgsgarantie darstellen. Die Schließung der Morphosys-Standorte stellt eine signifikante Umstrukturierung innerhalb von Novartis dar und betont die strategischen Anpassungen, die der Konzern in einem sich schnell wandelnden Marktumfeld vornimmt.

Die Schließung von Morphosys durch Novartis markiert ein bedeutsames Kapitel in der Geschichte der Biotechnologie und Pharmaindustrie. Es unterstreicht die Brutalität des Marktes, in dem heute Unternehmensübernahmen zwar Türen zu innovativen Ressourcen öffnen, aber auch zu rigorosen Konsolidierungen führen können, die viele Mitarbeiter ihre Jobs kosten. Dieser Vorgang ist ein klares Signal an die Industrie, dass selbst große und etablierte Unternehmen wie Morphosys nicht immun gegen die Dynamiken des globalen Marktes sind. Die Entscheidung von Novartis, trotz der enormen Investitionen und der anfänglichen Hoffnungen die Reißleine zu ziehen, spiegelt eine nüchterne Betriebswirtschaftlichkeit wider, die in der heutigen Wirtschaftslandschaft immer entscheidender wird. Dies könnte zukünftig auch für andere Unternehmen in der Branche ein Vorbild sein, insbesondere in einer Zeit, in der die finanziellen Margen immer schmaler und die Risiken größer werden.

 

Umstellungsfehler bei Deferasirox: BfArM warnt vor schwerwiegenden Risiken

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine dringende Warnung zu möglichen Risiken bei der Anwendung von Deferasirox ausgesprochen. Der orale Eisenchelator, der zur Behandlung von Eisenüberladung insbesondere bei der erblich bedingten Erkrankung Beta-Thalassämie eingesetzt wird, birgt Gefahren bei der Umstellung von Tabletten zur Herstellung einer Suspension auf Filmtabletten. Hintergrund ist die um 36 Prozent höhere Bioverfügbarkeit der Filmtabletten, die eine präzise Anpassung der Dosierung erfordert, um Überdosierungen und damit verbundene schwerwiegende Nebenwirkungen zu vermeiden.

Bis 2022 war Deferasirox in Deutschland sowohl als Tabletten zur Suspension als auch als Filmtabletten verfügbar. Seitdem wird hierzulande ausschließlich die Filmtablette angeboten, während die Suspension in einigen anderen Ländern weiterhin zugelassen bleibt. Dies stellt vor allem für Patienten eine Herausforderung dar, die ihre Therapie im Ausland begonnen haben und deren Behandlung nun auf die in Deutschland verfügbare Darreichungsform umgestellt werden muss. Das BfArM verweist auf einen aktuellen Fall, in dem bei einem Kind in Deutschland eine fehlerhafte Dosierungsanpassung zu schwerwiegenden Komplikationen führte.

Die maximal zulässige Tagesdosis unterscheidet sich je nach Darreichungsform erheblich. Während bei transfusionsbedingter Eisenüberladung die Höchstdosis der Filmtabletten bei 28 mg/kg Körpergewicht pro Tag liegt, beträgt sie für die Suspension bis zu 40 mg/kg. Bei nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen liegt die maximale Dosis für Filmtabletten bei 14 mg/kg, für die Suspension hingegen bei 20 mg/kg. Diese Differenzen erfordern von Ärzten und Apothekern höchste Präzision bei der Anpassung der Therapie.

Besonders problematisch ist der Umgang mit internationalen Arzneimittelinformationen, da diese Dosierungsangaben enthalten können, die auf in Deutschland nicht zugelassene Darreichungsformen zugeschnitten sind. Das BfArM mahnt zur Vorsicht und betont, dass Verwechslungen schwerwiegende Folgen haben können.

Der Fall unterstreicht die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachkräften. Eine umfassende Patientenaufklärung sowie eine regelmäßige Überprüfung der Dosierung sind entscheidend, um die Sicherheit der Therapie zu gewährleisten. Das BfArM appelliert eindringlich an alle Verantwortlichen im Gesundheitssystem, das Bewusstsein für diese Problematik zu schärfen.

Die Warnung des BfArM zu den Risiken bei der Umstellung auf Deferasirox-Filmtabletten zeigt, wie wichtig Präzision und Kommunikation im Gesundheitswesen sind. Die Tatsache, dass eine höhere Bioverfügbarkeit eine Anpassung der Dosierung erzwingt, hätte von Beginn an umfassend kommuniziert werden müssen. Besonders der beschriebene Fall eines Kindes mit einer fehlerhaften Dosierung verdeutlicht, dass solche Umstellungen potenziell lebensgefährlich sein können, wenn sie nicht mit größter Sorgfalt durchgeführt werden.

Die Verantwortung liegt hier nicht nur bei Ärzten und Apothekern, sondern auch bei den Herstellern und den Aufsichtsbehörden, die für eine transparente Kommunikation sorgen müssen. Arzneimittelinformationen, die internationale Unterschiede in Darreichungsformen und Dosierungen nicht deutlich machen, tragen zu einem erhöhten Risiko bei. Es braucht klare und eindeutige Vorgaben sowie bessere Schulungen für medizinisches Personal, um solche Fehler zu verhindern.

Letztlich ist der Patient der Leidtragende, wenn Versäumnisse bei der Anpassung oder Kommunikation auftreten. Um dies zu vermeiden, sind regelmäßige Schulungen und Informationskampagnen ebenso erforderlich wie der Aufbau eines effektiven Monitoringsystems, das bei Umstellungen frühzeitig Probleme erkennt. Nur so können Risiken minimiert und die Sicherheit der Therapie langfristig gewährleistet werden.

 

Durchbruch in der Pharmaindustrie: 43 neue Wirkstoffe revolutionieren die Medikamentenlandschaft 2024

Im Jahr 2024 hat Deutschland eine signifikante Zunahme an medizinischen Innovationen erlebt. Laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) wurden 43 neue Medikamente mit innovativen Wirkstoffen zugelassen, eine Zahl, die seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde. Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt, insbesondere für die Behandlung seltener und schwerwiegender Erkrankungen.

Die Einführung dieser neuen Medikamente ist besonders vorteilhaft für Patienten mit seltenen Erkrankungen und Krebs, Bereiche, in denen dringend verbesserte Therapieoptionen benötigt werden. Auffallend ist hierbei die hohe Zahl der Medikamente, die den Orphan-Drug-Status erhielten, was ihre Bedeutung in der Therapie seltener Krankheiten unterstreicht. Von den 43 neuen Medikamenten zielen 27 direkt auf seltene Krankheitsbilder ab, was 63 Prozent entspricht und die besondere Fokussierung der Pharmaindustrie auf diese wichtigen Bereiche hervorhebt.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt des Jahres 2024 ist der hohe Anteil chemisch-synthetischer Wirkstoffe, der 70 Prozent der Neueinführungen ausmacht. Dies stellt einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren dar und spiegelt die fortschreitenden chemischen Innovationen in der Pharmazie wider. Auch die Biotechnologie hat mit 28 Prozent der neuen Wirkstoffe, die auf gentechnisch hergestellten Proteinwirkstoffen basieren, einen starken Einfluss gehabt. Es wird erwartet, dass 2025 die ersten Gen- und Zelltherapeutika eingeführt werden, was die Tür für weitere bahnbrechende Behandlungsmethoden öffnet.

Im Kampf gegen Krebs wurden zwölf neue Medikamente eingeführt, darunter sechs Kinase-Inhibitoren, die gezielt auf die Hemmung mutierter Kinasen abzielen, welche das unkontrollierte Zellwachstum fördern. Diese Fortschritte versprechen, die Onkologie signifikant zu verändern und bieten neue Hoffnung für Patienten.

Neben den Therapien für seltene und Krebserkrankungen wurde auch die Entwicklung von Medikamenten gegen Antibiotikaresistenzen vorangetrieben. Zwei neue Reserveantibiotika, die speziell für den Einsatz gegen Infektionen mit multiresistenten Bakterien entwickelt wurden, kamen auf den Markt. Diese Kombinationspräparate bieten einen neuen Ansatz im Kampf gegen die zunehmende Bedrohung durch resistente Bakterienstämme.

Auf dem Gebiet der Impfstoffentwicklung wurden ebenfalls wichtige Fortschritte gemacht. Der neue Tollwut-Impfstoff und ein auf messenger-RNA-Technologie basierender RSV-Impfstoff erweitern das Spektrum der verfügbaren Vakzinen und zeigen das fortwährende Bestreben, präventive Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten zu verbessern.

Die beeindruckende Zahl von 43 neuen Medikamenten in einem Jahr ist nicht nur ein Beleg für den technologischen Fortschritt und die Innovationskraft der deutschen Pharmaindustrie, sondern auch ein Versprechen an Patienten weltweit, denen neue Hoffnung auf bessere und wirksamere Behandlungsoptionen gegeben wird. Insbesondere die Fokussierung auf seltene Erkrankungen und Krebs, Bereiche, die oft unter therapeutischen Limitationen leiden, ist lobenswert. Diese Entwicklungen zeigen, dass durch kontinuierliche Forschung und Entwicklung, unterstützt durch zielgerichtete Förderung und eine solide Regulierung, echte Fortschritte in der medizinischen Versorgung möglich sind. Es bleibt zu hoffen, dass diese neuen Medikamente nicht nur medizinische Durchbrüche darstellen, sondern auch breit zugänglich gemacht werden, um jenen zu helfen, die sie am meisten benötigen.

Von Engin Günder, Fachjournalist

 

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